Air Berlin vs. Etihad

Von Pommesgibtsimmer @pommesreise

Reisen macht ja Spass. Allerdings gehört da auch Fortbewegung dazu. Und genau die kann manchmal recht anstrengend sein. Finde ich jedenfalls. Als ich meinen Flug von Berlin nach Bangkok buchen wollte, da ist mir fast schlecht geworden, als ich von Flugzeiten um die 14 Stunden gelesen habe. Ich kann und will solange einfach nicht in einem Flugzeug sitzen, und schon gar nicht bei einem Zwischenstop am Flughafen im Transitbereich rumlungern, mich mit schlechtgelaunten übermüdeten Mitreisenden um die wenigen Bänke zu streiten/schlagen/wetten/tricksen, auf denen man sich immerhin verkrampft hinlegen könnte. Was mach ich also? Halte es für eine super Idee, einen Zwischenstop von einem Tag in Abu Dhabi einzulegen. Wie der Zwischenstop so war hab ich ja schon hier beschrieben und hier gefilmt.

Air Berlin

Was allerdings vor und nach dem Aufenthalt war, wie es denn letztendlich in den Flugzeugen, in den Flughäfen war, darüber möchte ich mich jetzt mal auslassen.

Ich bin in Tegel gestartet. Jeder Berliner freut sich wahrscheinlich, wenn er dort noch starten kann und nicht irgendwann in den nächsten 20 Jahren mal nach BER muss. Check-In war problemlos, Sicherheitscheck ging ratzfatz, allerdings schien Air Berlin ein zu kleines Gate gebucht zu haben (ich hab davon keine Ahnung, ob die Airlines die Gates buchen oder zugewiesen bekommen – jedenfalls wars zu klein), so dass die gefühlte Hälfte der Passagiere keinen Sitzplatz hatte. Eigentlich nicht so schlimm, setze ich mich eben auf den Boden. Allerdings waren doch einige ältere Herrschaften anwesend, die sicherlich gern einen Sitzplatz gehabt hätten. Aber: Nada! Aufstehen und den eigenen Sitzplatz anbieten wollten auch wenige.

Der Flieger hatte ein recht neues Unterhaltungssystem. Jeder die eigene Glotze vor sich, ein paar Filme, ein paar Dokus, das übliche eben. ABER! Air Berlin, was bitte mutest Du Deinen Gästen an Beinfreiheit zu? Besteht das Flugzeug-Innenarchitekten-Team bei Dir aus Hobbits? Zwergen? Ich bin ja mit 1,78cm nicht mal wirklich gross. Aber wenn meine Knie schon den Vordersitz einbeulen, wie ist das dann bei grösseren Menschen?

Neben mir sass Klaus, ein ca. 70-jähriger, der sich ein paar nette Tage mit seiner thailändischen Freundin machen wollte. Ob er denn schon lange mit ihr zusammen ist, frage ich. Nein, es sei jedesmal eine andere Freundin. Alles klar, denke ich mir. Die Reise fängt ja gut an. Landest Du im ersten Flieger gleich mal neben einem Sextouristen. Haben uns dann aber doch noch recht ordentlich unterhalten können. Über die Bahn. Da hat er nämlich mal gearbeitet. Und sein Ex-Chef war bis vor kurzem Chef von Air Berlin. Und er hatte nichts Gutes zu erzählen…

Was gabs bei Air Berlin zu essen? Brokkoli-Blumenkohl-Pampe und Huhn mit aufgemalten Grillstreifen an verkochtem Karottengemüse. Dazu Weichkäse mit Salatblatt und als Dessert einen Streuselkuchen vollkommen ohne Geschmack. Freunde, die mich von früher kennen werden jetzt vermutlich denken, dass sei doch genau mein Essen. Aber das wäre sogar mir früher zu lasch gewesen. Da kann man heutzutage schon Besseres im Flieger anbieten (wie Etihad und sogar Bangkok Air in den kommenden Tagen beweisen werden).

Wir landeten in Abu Dhabi eine Stunde früher als vorgesehen, worüber selbst der Kapitän sehr erstaunt war, wie er in seiner Durchsage zugibt.

Etihad

Einchecken und Security-Check in Abu Dhabi waren fantastisch schnell. Ich glaube, beides war innerhalb von 5 Min erledigt. Die Gates sind riesig. Gratis Wifi, tolle Aussicht auf das Rollfeld. Das Boarding brauchte seine Weile. In der Maschine am Platz erwartete mich schon ein Kissen und eine Decke. Und der Sitzabstand. Herrlich! Ich hatte von den Knien aus sicher nochmal 10cm Platz zum Vordersitz. Das Unterhaltungsprogramm war umfangreicher als bei Air Berlin, es gab sogar eine Menge deutsch synchronisierte Filme. Nur die Anzeige, wo man gerade drüber fliegt wollte leider nichts zeigen. Der Service war eigentlich die ganze Zeit präsent. Ich konnte gar nicht so schnell trinken, wie ich schon wieder ein neues Getränk angeboten bekam.

Zu Essen gab es ein rotes Thai-Curry mit Huhn, einen Krautsalat, ein Brötchen, Butter, Käse und einen Milchreis (?) mit Ananas. Alles lecker. Irgendwann gabs noch Sandwiches, über die breite ich aber lieber den Mantel des Schweigens. Ich war sowieso noch satt.

Fazit

Air Berlin war so, wie ich es erwartet hatte. Nichts besonderes, zu eng, einfach lieblos. Etihad war sehr nett. Man hatte den Eindruck, die geben sich wenigstens noch ein bisschen Mühe, das Fliegen zu einem schönen Erlebnis zu machen. Insbesondere der Sitzabstand lässt mich daran zweifeln, jemals wieder mit Air Berlin auf Langstrecke fliegen zu wollen
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