Aguardiente de La Palma

Von Olekrueger

Heute nun wollte ich es genau wissen, denn morgen enden vorerst die wunderschönen Tage auf La Palma.  Seit knapp zwei Wochen steh ich morgens, nach dem Brötchen holen, am Kiosko, genauer gesagt an der Autobar von La Punta, und trinke meine ein, zwei Cortados. Und beobachte seitdem interessiert, wie die „Senores local“ sich Brandy, Whisky und eine durchsichtiges Getränk aus einer blauen Flasche hinter die Binden kippen. Alles kostet zwischen 80 Cent und einem Euro. Außer der Cortado natürlich, der wie überall auf der Insel 60 Cent kostet (drei Elektrokerzen in Tijarafe).

Also fragte ich heute el chefe: Una ultima pregunta: Que es en botella azul? Die Antwort kam in Form eines Gläschens davon mit der Aufforderung: Probar! Nun, was soll´s, dachte ich mir, schließlich ist es der vorletzte Morgen an der Bar. Erstens: Das Zeuch brennt. Im Rachen, auf der Zunge. Zweitens: Der Abgang ist trotzdessen sehr mild. Kein Brennen mehr im Magen, nur ein wohliges Gefühl. Das ist er also, der Aguardiente, ein Zuckerrohrschnaps von der Insel. Gebrannt wird er in allen Ländern, die Zuckerrohr anbauen. So also auch hier. Nur so ohne Etikett, warum? Por que no se nombre en la botella? frage ich el chefe. Er lächelt etwas verschmitzt und blinzelt mit den Augen. Mi produccion, sagt er noch und will nachschenken. Ich lehne dankend ab (wollen doch heute noch in die Cumbrecita) und verspreche aber, morgen vor dem Abflug nochmal vorbeizuschauen. Zahlen darf ich heute auch nicht, war doch eine Probe. Hasta la manana!


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