Adventszeit ist keine Weihnachtsfeierzeit!!

Warum trägt der Priester in der Adventszeit violette Meßgewänder? Es ist doch die schöne, gemütliche Zeit der Adventsfeiern mit den leckeren Plätzchen. Warum werden wir dann an die Fastenzeit mit Buße und Umkehr erinnert? Die heutige Adventszeit ist gekürzt worden. Sie fing einmal am 11. November an. Daher auch der Brauch der fettigen Martinsgans. Das St. Martinsfest war ein Pendant zu Karneval. Die Adventszeit galt als besinnliche Zeit, um über sein Christsein nachzudenken und entsprechend Schritte der Umkehr zu gehen.Vielfach ist die heutige gekürzte Adventszeit keine besinnliche Zeit mehr, auch wenn sie oft so genannt wird. Eine Feierlichkeit jagt die nächste und heißt dementsprechend Weihnachtsfeier, weil man mit der Bedeutung von Advent scheinbar nichts mehr anfangen kann.
Die Adventszeit ist eine besinnliche Zeit. Sie lädt ein, zur Ruhe zu kommen und sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Dabei brauchen wir nicht auf die köstlichen Adventsleckereien zu verzichten. Sie waren in früherer Zeit so eine Art Fleischersatz.
Adventszeit – Besinnungszeit.
In einigen amerikanischen Pfarrgemeinden gibt es jährlich drei Themenwochenenden, die vielleicht eine Hilfe sein können, die Zeit bis Weihnachten als besinnliche Adventszeit zu erfahren. Jedes dieser drei Wochenenden steht unter einem der folgenden Themen: Time, Talent, Treasure! – Zeit, Talent, Spenden.
Die Gottesdienste sind an so einem Wochenende auf eines dieser Themen ausgerichtet. So predigen die Priester z.B. über die Zeit. Bereichert wird das Thema mit Zeugnissen von Gläubigen, die über ihre Erfahrungen im Umgang mit der Zeit für Gott und den Nächsten berichten. Interessant finde ich, daß die Gläubigen dann einen Zettel für sich ausfüllen, der schon ein paar Vorschläge enthält, was ich mit meiner Zeit anfangen kann. Er läßt aber auch Freiraum für eigenen Ideen. Der Zettel wird dann unterschrieben, damit er für die jeweilige Person eine größere Verbindlichkeit erhält.
Ein paar Beispiele für die drei Themen.
Mit dem Punkt Zeit möchte ich anfangen:
Wo möchte ich mehr Zeit invenstieren, um meine Beziehung zu Gott intensivieren? – Mehr persönliches Gebet! – Zusammen mit der Familie beten! – Eine Gebetsgruppe bilden! – Täglich bewußt eine Zeit mit dem Ehepartner verbringen! – Den katholischen Glauben in Gesprächen einfließen lassen! – In der Nachbarschaft eine hilfebedürftige Person unterstützen! …
Bei dem Punkt Talente frage ich mich, welche Talente ich habe und welche ich in die Gemeinde einbringen kann:
Krankenbesuchdienst! – Kochen bzw. Backen! – Fotographieren! – Nachhilfeunterricht! – Gartenarbeit! – Zeichnen bzw. Malen! – Computerfachkenntnisse! – Caritasarbeit! – Nicht genannte Talente sind herzlich Willkommen. Bitte sprechen Sie Ihren/Euren Pfarrer daraufhin an. Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn der Pfarrer nicht sofort eine Möglichkeit sieht, wo Sie Ihr Talent in der Gemeinde einbringen können.
Beim Punkt Spenden ist die Situation in Deutschland anders als in Amerika. Die Kirchensteuer bei uns hat Vor- und Nachteile. Eine Wirtschaftsrezession wirkt sich bei uns nicht so schnell auf das Gemeindeleben durch, als in Amerika. Fehlt ein entsprechendes Spendenaufkommen, können Jobs in der Kirche nicht mehr bezahlt werden und dementsprechend stehen Entlassungen an.
Zu Weihnachten werden wieder viele Geschenke eingekauft. Der Punkt Spenden könnte dazu anregen, über die Geschenkeauswahl nachzudenken. Ist das Geschenk wirklich nötig? Müssen es so viele sein? Vielleicht kann ich 10% des Geschenkebudgets spenden? Den kreativen Ideen sind fast keine Grenzen gesetzt.
Zeit, Talent, Spende! Das sind drei Punkte zum Nachdenken, Besinnen und evtl. Umkehren, damit die Adventszeit eine Adventszeit bleibt und zu keiner Weihnachtsfeierzeit verkommt.

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