Adrianne Lenker: Auf der Suche

Adrianne Lenker: Auf der SucheAdrianne Lenker
„Abysskiss“
(Saddle Creek)
Es gibt nicht viele Alben, die sich lesen und hören lassen wie ein Gedichtband, und es sind natürlich nicht die lauten, sondern die zarten, nachdenklichen Töne, die solches zulassen, die Raum geben für’s Nachschwingen der Worte und Sätze. Kürzlich ist bei Saddle Creek das Debütalbum von Sarah Beth Tomberlin erschienen – das ist so eins, das nachhallt, im Stillen wirkt, das Ruhe ausstrahlt und auch braucht. Auf gleiche Weise tut das auch die zweite Soloplatte von Adrianne Lenker. Eigentlich ist die junge Frau, die mittlerweile in New York lebt, mit ihrer Band Big Thief unterwegs und erst im letzten Jahr hat das Quartett mit „Capacity“ eines der interessantesten, intensivsten Alben der Saison veröffentlicht. Naturgemäß schafft es ja nicht jeder Song auf die Setlist, mancher hat nicht die Qualität, oftmals aber paßt er auch in Stimmung und Sound nicht zum Rest. Lenker tut gut daran, diese Stücke nicht einfach wegzusortieren, sie prüft, wie sie in einem Interview dem Musikportal DIY erzählte, jede Idee, bevor sie zu verblassen droht, ob sie sich vielleicht solistisch weiterverfolgen läßt. Daraus entsteht dann ein lyrisch derart anspruchsvolles, fast ausschließlich mit akustischer Gitarre eingespieltes Werk wie „Abysskiss“.
Zusammen mit Produzent und Musiker Luke Temple und Toningenieur Gabe Wax ist ihr eine überaus zerbrechliche, anrührende und sehr intime Platte gelungen – keine Drums, kaum Schnörkel, nur ein paar spärliche Effekte, Folk der reinsten Sorte. Ohne genauere Details zu kennen oder zu brauchen, geht es um die schönen und die schmerzvollen Erfahrungen, die sie in Liebesbeziehungen gemacht hat. Lenker scheint eine Frau auf der Suche, unentschieden, open minded, dabei aber auch empfindsam und verletzlich: „No one can be my man, no one can be my woman“ singt sie in „From“, an anderer Stelle bekennt sie: „I’m a lot of boy with a lot of nerves“. Ihr anderes großes Thema ist die Natur, Geburt und Tod in ihrer Gleichzeitigkeit, unabänderlich, mal brutal, mal sinnlich: „See my death become a trail and the trail leads to a flower, I will blossom in your sail, every dreamed and waking hour”, heißt es in “Terminal Paradise”, berührende Zeilen, die sie an anderer Stelle, mit verändertem Blickwinkel variiert. Dem Verlust wiederum spürt sie bei “What can you say” mit den Worten nach: “Pray you can find me, I've been busy turning into more transparent, I could look a lot like you” – wie gesagt, eine Sammlung wunderbarer, lebenskluger Verse, die noch weiter klingen, wenn der Song schon zu Ende ist. Gibt es ja heute nicht mehr so oft. https://adriannelenker.bandcamp.com/
23.01.  Berlin, Baumhaus Bar

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