Achtsamkeit, was ist das?

Meiner Ansicht nach, gibt es keine allgemeingültige Beschreibung der Achtsamkeit. Die meisten Menschen, mit denen ich gesprochen habe, verbinden diesen Begriff im ersten Augenblick mit Menschen in einer Mönchskutte, die ihre Zeit in einem fernöstlichen Kloster mit vielen Stunden der täglichen Meditation verbringen.

Ich möchte versuchen den Begriff in meinen eigenen Worten zu erläutern und Sie gleichzeitig dazu einladen über die Zeit Ihre ganz persönliche Beschreibung zu finden.

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Für mich ist Achtsamkeit ist eine Erfahrung, die wir alle zu jedem Zeitpunkt erleben können. Es ist das Bewusstsein über den Augenblick, das Bewusstsein über die eigenen, inneren Vorgänge und die Vorgänge im Außen. Diese Vorgänge werden dabei wohlwollend beobachtet, ohne sie zu bewerten und ohne etwas verändern zu wollen.
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Ich könnte das sicherlich noch blumiger beschreiben und in viele Worte fassen. Im Grundsatz werden wir aber immer wieder diese Gemeinsamkeit finden.

Wie können Sie Achtsamkeit erleben?

Jeden Moment, den sie in vollem Bewusstsein wahrnehmen, erleben Sie – auch heute schon – in Achtsamkeit. Sie haben das Bewusstsein über das was Sie fühlen, denken, hören, sehen und riechen. Sie beobachten die Geschehnisse im Außen und nehmen wiederum war, wie sie damit umgehen. Beobachten ohne zu bewerten … sich selbst und die Geschehnisse im Außen. Und wenn sie doch einmal bewerten, dann zu beobachten, dass sie bewerten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger?

Ist die Achtsamkeit, ein Ziel?

Aus meiner Sicht, können Sie die Achtsamkeit gerne als ein Ziel betrachten. Ich glaube persönlich, dass es ein sehr erstrebenswertes Ziel sein kann. Aber auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel! Sie werden feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, jeden Moment in vollem Bewusstsein zu erleben … und das ist ganz normal. Überprüfen Sie das für sich selbst: Wie oft schweifen Ihre Gedanken ab, von dem was sie gerade tun? Wie oft erwachen Sie aus Tagträumen, überlegen, was Sie die letzten Minuten oder sogar Stunden gefühlt und gedacht haben. Wo haben Sie die letzte Mahlzeit zu sich genommen? Haben Sie sich dabei auf das Essen konzentriert, oder waren Sie mit Ihren Gedanken schon beim nächsten Projekt oder einer Aufgabe, die dringend darauf wartet erledigt zu werden? Geben Sie sich selbst hierfür ausreichend Zeit und nehmen Sie kleine Veränderungen war.

Jedes Ziel hat seine Tücken, wenn es nur schwer erreichbar ist. Legen Sie die Latte nicht zu hoch, denn ein Ziel das Sie nicht erreichen können, führt nur zur Frustration und Selbstabwertung. Daher nochmals der Hinweis: Haben Sie Spaß auf dem Weg, das Ziel wird sich dann von alleine ergeben. Und das gilt sicherlich auch für viele Lebensbereiche.

Was verbindet Achtsamkeit und Meditation?

Die Meditation können Sie als Übungszeit betrachten. Eine Zeit, die in der Regel notwendig ist, um etwas neu zu erlernen. Eine Zeit der Ruhe und Konzentration auf die Übung selbst. Die Meditation kann Ihnen helfen, die Achtsamkeit immer anhaltender zu erleben und das Ergebnis wird sich auch über die Zeit der Meditation hinaus bemerkbar machen.

Wie bei jedem Training – egal ob beim Sport, in der Musik oder einer geistigen Entwicklung – werden Sie umso erfolgreicher, je regelmäßiger und dauerhafter sie die ausgewählte Disziplin üben. Diese regelmäßige Übung wird sich aber unweigerlich auswirken. Bleiben Sie geduldig. Der Geist wird sich verändern und Sie werden den Alltag, ihr Tun und Ihre Umgebung bewusster wahrnehmen. Seien Sie also nicht überrascht, wenn Sie schon nach einigen Tagen der Übung entdecken, wie Sie sich selbst in alltäglichen Situationen anders und damit meine ich bewusster wahrnehmen.

Achtsamkeit in der Medizin?

Aus medizinischer Sicht wurde durch eine Vielzahl von Studien dargestellt, dass Achtsamkeit zu üben und sie so weit es möglich ist, in den Alltag integrieren, im Umgang mit verschiedensten Erkrankungen eine große Unterstützung sein kann.

Achtsamkeit und Bewusstsein?

Den Begriff der Achtsamkeit nutze ich auch gerne mit dem Begriff des „bewusst-seins“. Ich finde unsere Sprache hier schon sehr vielsagend. Das Wort Selbstbewusstsein beinhaltet das „sich seiner Selbst bewusst sein“ und damit die Achtsamkeit für das was ist. Nur wer sich selbst bewusst ist, kann damit auch selbstbewusst im Sinne der Kongruenz (d.h. einer inneren Stimmigkeit und Klarheit) im Außen agieren.

Auf viele der heute angesprochenen Punkte werde ich in Zukunft noch intensiver eingehen.

Ich freue mich dennoch über Ihre Fragen und Anregungen. Schreiben Sie mir über Ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Achtsamkeit.

Wenn Sie heute schon Achtsamkeit üben und praktizieren:

  • Was hat die Achtsamkeit bei Ihnen bewirkt?
  • Was hat sich bei Ihnen verändert?
  • Wie würden Sie den Begriff, oder noch besser Ihr Erleben der Achtsamkeit beschreiben?

Weiterhin eine achtsame Zeit, Ihr Olaf Karwisch


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