Absage nach einem Bewerbungsgespräch – was nun?

Von Jobagent @jobagent

Meist erkennt man es bereits an den ersten Sätzen «Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie nicht in unsere engere Auswahl zählen können … Wir wünschen Ihnen auf Ihrem weiteren Weg viel Erfolg.» Wer hat sich noch nie über solch leeren Floskeln den Kopf zerbrochen? Denn schliesslich war man der festen Überzeugung, dass man der perfekte Kandidat / die perfekte Kandidatin auf die ausgeschriebene Stelle war.

Sätze von Laufbahnberatern wie «Nehmen Sie eine Absage ernst, aber nicht persönlich» – sind in solchen Situationen ebenso wenig aufheiternd. Doch ist ihr Rat, dies nicht persönlich zu nehmen durchaus realistisch. Denn vor allem grosse Unternehmen besitzen (meist) nicht die Kapazität, um der riesen Flut an Bewerbungen gerecht zu werden.
Tatsache ist dann leider, dass wer in der ersten Selektionsrunde bereits ausscheidet, sich meist mit solch einer Antwort abfinden muss.

Doch sich ganz damit abzufinden stimmt auch nicht ganz! Ihnen steht die Option offen, sich nochmals bei der Unternehmung zu melden, um nachzufragen, warum sie genau diese Wahl getroffen haben. Dies ist vor allem in den Fällen empfehlenswert, wenn Sie der sicheren Überzeugung waren, dass Sie «alles richtig» gemacht haben. Was Sie aber wissen sollten – nach einer Absage hat die Personalabteilung ihre Arbeit erledigt. Alles was danach kommuniziert wird, ist reiner Goodwill der Unternehmung oder des Personalvermittlers selbst. Doch vergessen Sie nicht, genaueres Nachhaken kann auch immer wieder Frust-potenzial hervorrufen. Denn die Chance ist gross, dass Ihr Gesprächspartner am anderen Ende des Telefons Sie nur mit weiteren Floskeln volltextet oder sich beispielsweise auch gar nicht mehr an Sie erinnern kann. (Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Sie nicht der einzige Bewerber/ die einzige Bewerberin waren).
Doch gibt es auch Fälle, in denen Sie konstruktive Kritik erhalten können. So beispielsweise «Ihre Bewerbungsunterlagen waren zwar ansprechend und überzeugend, leider hatten zwei ihrer Mitbewerber jedoch mehr Arbeitserfahrung.»

Doch wie gehen Sie am besten mit solch einer Absage um?

1. Sachlich mit der Situation umgehen

Eine Absage ist in jeder Situation stark mit Enttäuschung, Frustration und Rückschlag verbunden. Doch vergessen Sie nicht, es geht keine Welt unter- lediglich ändert sich der Weg zu ihrem Ziel. Beachten Sie auch immer, dass sich Personal-Abteilungen aus Dutzenden von Bewerbern entscheiden müssen. Es muss nicht mal daran liegen, dass Sie den Anforderungen nicht entsprechen. Es besteht auch immer noch die Möglichkeit, dass ein anderer Kandidat einfach besser in die Stelle passt. Falls Sie sich dafür entscheiden, bei der Unternehmung nachzufragen, warum diese sich gegen Sie entschieden hat, bleiben Sie immer freundlich und sachlich. Hinterlassen Sie in einem Unternehmen immer einen guten Eindruck. Denn so besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich die Personalabteilung bei Ihnen meldet, falls diese Stelle oder eine ähnliche zu einem anderen Zeitpunkt frei ist. Ihr Verhalten ist Ihre Visitenkarte.

2. Erfahrungen für Verbesserung nutzen

Nutzen Sie Ihre gemachten Erfahrungen, seien diese positiv oder negativ, um sich für das nächste Bewerbungsgespräch optimal vorzubereiten. Schwirren Ihnen noch Antworten im Kopf herum, mit welchen Sie selbst nicht ganz zufrieden waren? Dann haben Sie jetzt die Zeit und die Möglichkeit, um diese zu verbessern. Aus jedem Gespräch können Sie etwas mitnehmen und lernen. Machen Sie sich im vorherein Gedanken darüber, welche Fragen in einem nächsten Bewerbungsgespräch auf Sie zukommen können. Denn so übermitteln Sie einen selbstbewussten, gefestigten und kompetenten Eindruck an Ihrem nächsten Vorstellungsgespräch.

3. Suchen Sie nach alternativen Einstiegsmöglichkeiten

Vor allem wenn Sie am Anfang ihrer Karriere stehen, kann es schwierig sein, den Einstieg direkt über eine Festanstellung zu erhalten, da Ihnen die nötige Erfahrung fehlt. Ein riesiger Teufelskreis: Ohne Arbeitserfahrung keinen Job und ohne Job keine Arbeitserfahrung. Nutzen Sie eine Absage auch, um Ihnen selbst andere Wege aufzuzeigen, um an Ihr gewünschtes Ziel zu gelangen, beispielsweise mit einem Praktikum.

4. Lassen Sie den Kopf nicht hängen!