"A-Team" - Der Film

Wer kennt ihn nicht? Den Zigarren kauenden Grauhaarigen, der immer einen Plan hat und so guckt, als hätte er ein ernsthaftes Problem mit Botox – allerdings nicht im Gesicht. Wer kennt nicht seine verrückten Kumpane, die so illustre Namen haben, wie Face, oder Murdock, als entsprängen sie irgendeiner trashigen Actionserie aus den 80er Jahren. Wer kennt nicht das A-Team?
Tja. Ich zum Beispiel. In Unkenntnis der Kontinuität der Serie, oder sonstiger Handlungsstränge und Geschichten, schildere ich nun ganz dilettantisch die Story des Films. Irgendwo in Mexico sitzt Hannibal auf einen Stuhl gefesselt und wird böse gefoltert. Durch stoisches Grinsen bringt er die Folterer dazu, ihn nicht einfach zu erschießen, sondern zu verschwinden und Zähne fletschende Hunde auf ihn los zu lassen. Doch die Gangster haben nicht mit dem Tierfreund Hannibal gerechnet. Irgendwie befreit er sich und flieht. In der Wüste trifft er auf B.A. in seinem schwarzen Van. Spontan verstehen sie sich total dufte und brettern los, um Face zu befreien, der von den gleichen mexikanischen Folterknechten gefangen wurde. Wie es der Zufall will fährt man anschließend in ein Krankenhaus. Hier schnappen sie sich den verrückten Murdock und einen ollen Hubschrauber und los geht’s gen Heimat. Unterwegs noch schnell die üblen Burschen abgeschossen und: Tadaa! Das A-Team ist vereint. Bestehend aus ehemaligen Elite-Soldaten bilden sie nun die ultimative Undercovertruppe des Militärs. Sie sind sozusagen das As im Ärmel des Präsidenten. Sie sind die letzte Verteidigungslinie zwischen dem Abschaum der Welt und Menschen, wie Dir und mir. Sie sind, verflucht nochmal, die Besten der Besten. Sie sind ergebene Diener Amerikas. Sie sind...und so weiter... Eines Tages flattert ein besonders heikler Auftrag ins Haus. Irgendwie sind irakische Terroristen in Besitz irgendwelcher Druckplatten gekommen, mit denen hübsche neue Dollarnoten gedruckt werden können. Klarer Fall, dass Hannibal und sein Team diesen Auftrag annehmen. In locker leichter Manier werden die Druckplatten auf dezent gekonnte Weise geklaut. Doch sie wurden rein gelegt. Irgendwer schnappt sich das wertvolle Gut und tötet auch noch den besten Freund Hannibals. Nun steht das A-Team vor Gericht und soll ins Gefängnis. Doch sie haben nicht mit dem Pilatesmeister Hannibal gerechnet...
Was soll ich sagen? Ich habe die Serie nie wirklich gesehen. Weder damals noch heute. Ich weiß noch, dass in der Grundschule immer heimlich über das A-Team geredet wurde, denn eigentlich sollten die lieben Kleinen das nicht gucken. Meine Eltern waren offensichtlich die einzigen, bei denen das auch durchgesetzt wurde, denn ich hatte keine Ahnung, warum immer jeder Hannibal sein wollte, und sich beim spielen immer einen kleinen Stock zwischen die Zähne klemmen wollte. Der Film nun bietet - für mich zumindest - beinahe keinerlei Zugang. Er fängt einfach an und die bekannten Figuren werden ohne große Einführungen in die Handlung katapultiert. Trotz meiner Unkenntnis habe ich alle Hauptcharaktere erkannt und sogar die meisten Witzchen verstanden; glaube ich. Das ist auch nicht der Punkt. Die ganze Dramaturgie des Filmes ist viel zu hektisch geraten. Bevor man überhaupt weiß was los ist, kommt schon wieder der nächste Auftrag. Der Film macht keine Pausen und es wird atemlos durch knapp zwei Stunden Laufzeit gehetzt. Der Spaß blieb zumindest bei mir auf der Strecke. Bombastische Action, die auf markige Actionsprüche trifft, war vielleicht in den 80er Jahren cool, kann mich aber im modernen Kino nicht sonderlich unterhalten. Doch das muss man den Film zu Gute halten, denn genau das sollte er auch erreichen. Das Gefühl und das Flair der alten Trashfilme in einem zeitgemäßen Gewand. Dazu die üblichen Plattitüden ala Turban tragende, wild gestikulierende Terroristen, die vergeblich den Rückwärtsgang in ihrem russischen Panzer suchen, die vielleicht nicht politisch korrekt sind, aber eben irgendwie dazu gehören. Über Liam Neeson, der ein Schauspieler ist, den ich bis jetzt immer verteidigt habe, auch wenn er die blödesten Rollen gespielt hat, möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Aber verflucht: Schlimmer kann es fast nicht mehr werden.
„A-Team“ ist , glaube ich genau das geworden, was sich viele Fans erhofft haben. Laut, schnell und mit Nachtelfirokesen. Alles wie früher, nur ordentlich aufgepeppt. Wem diese Serie noch nie zugesagt hat, wird auch durch diesen Film nicht geläutert werden. Allen anderen ist es erlaubt, ihren Spaß zu haben. Es ist eben ein Film, den man in keiner Weise überbewerten sollte, deswegen behalte ich den Puls heute unten und denke an Blümchen und Schmetterlinge, die mich die zwei Stunden meines Lebens, die mir dieser Film gestohlen hat vielleicht vergessen lassen.
The A-Team (USA, 2010): R.: Joe Cannahan; D.: Liam Neeson, Bradley Cooper, Jessica Biel, u.a.; M.: Alan Silverstri; Offizielle Homepage
In Weimar: CineStar
Rezensionen On Air: Jeden Donnerstag, 12:25 Uhr live auf Radio Lotte Weimar.


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