„A Charlie Brown Christmas“ (1965)

„A Charlie Brown Christmas“ (1965)

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Bei den Peanuts ist die Welt noch in Ordnung, auch wenn Charlie Brown selbst zur Weihnachtszeit noch unter seinen erheblichen Weltschmerz zu leiden scheint. In „A Charlie Brown Christmas" macht er sich auf die Suche nach dem wahren Sinn von Weihnachten, umgeben von allerlei kommerziellen Gedanken und Plastik-Tannenbäumen, die das Fest der Besinnlichkeit und Liebe für den nachdenklichen Jungen zu einer längst vergessenen und sinnfreien Tradition werden lässt.

Dass die Welt grundsätzlich aber noch in Ordnung ist, erfahren wir mit all den anderen Peanuts, die sich der Weihnachtszeit erfreuen. Hier fahren die Kinder noch vergnügt auf dem zugefrorenen See Schlittschuh, es werden Schneemänner gebaut und die Zungen rausgestreckt, um den Geschmack von Schneeflocken zu testen, während Linus sein Kuscheltuch als Schneeballschleuder verwendet.

Derweil verzweifelt Charlie Brown im Angesicht der Komplett-Kommerzialisierung Weihnachtens. Nicht einmal eine Weihnachtskarte hat er bekommen! Anstelle von Glückseligkeit fühlt er sich vom Geist der Weihnacht im Stich gelassen. Hilfe sucht er bei Lucy, die ihm - natürlich gegen ein paar Pennys - den Ratschlag gibt, dass es ihm einfach nur an einer weihnachtlichen Aktivität fehlt und schon findet er sich als Regisseur des Weihnachtsstückes der Schultheatergruppe wieder, der es allerdings gehörig an Ehrgeiz und weihnachtlichem Teamgeist fehlt, so dass das Theater zum wahren Graus wird.

Charlie Brown erkennt, dass nichts, aber auch gar nichts, ohne einen richtigen Weihnachtsbaum funktioniert, so dass er sich gemeinsam mit Linus auf die Suche nach einem solchen Prachtexemplar begibt, während sein Hund Snoopy beginnt, seine Hundehütte zu schmücken um an einem Nachbarschaftswettbewerb im Dekorieren teilzunehmen - und auch hier natürlich die Kommerzialisierung zu unterstützen, wenn es der liebreizende Hund auf den enormen Geldpreis hinter der schönsten (oder kitschigsten) Weihnachtsatmosphäre abgesehen hat.

Charlie und Linus finden eine Menge bunter Bäume, aus Plastik, am Funkeln, in den verschiedensten Farben. Nur ein Baum gefällt Charlie: eine kleine, verkümmerte Tanne, die aber immerhin echt ist. Er nimmt sich des Baumes an, um damit ein weihnachtliches Zeichen zu setzen.

„A Charlie Brown Christmas" gelingt in nur einer halben Stunde, den Hauptkritikpunkt am Weihnachtsfest äußerst deutlich zur Schau zu stellen, nur um uns gemeinsam mit den Peanuts zurück zur Besinnlichkeit zu führen. Das chaotische Treiben auf der Theaterbühne weicht dem gemeinsamen Singen um den Weihnachtsbaum herum, der aus seiner spärlichen Existenz herausgeholt wird, um am Ende doch noch in festlichen Lichtern zu erstrahlen. Und dann können wir unweigerlich auch ein ebensolches, strahlendes Lächeln voller Weihnachtsstimmung auflegen. Danke, Charlie Brown.