9live wird abgeschaltet

Von Gundula
Das Begräbnis in Raten für 9live kommt jetzt in die letzte Phase. Am Dienstag, den 9. August 2011 wird die letzte Sendung auf 9live ausgestrahlt. Danach wird der ehemalige Call-In-Sender abgeschaltet. Das gibt die ProSiebenSat.1 Media AG mit dürren Worten in einer Pressemitteilung bekannt.
Als offizielle Begründung wird der fortschreitende Umsatzrückgang des ungeliebten Stiefkindes der ProSiebenSat.1-Gruppe angegeben. Tatsächlich dürfte der langfristige Imageverlust durch Vorspiegelung von Zeitdruck, irreführenden Äußerungen von Moderatoren und Intransparenz in den Spiel-Shows die Hauptursache für den Niedergang und die dadurch verursachte Abschaltung des Call-In-Senders sein.
Das Ende von 9live war bereits zum vergangenen Jahreswechsel absehbar. So wurde ab dem 1. Januar 2011 die analoge Satellitenverbreitung eingestellt. Der Sendeplatz wurde durch den Frauensender Sixx belegt. Am 31. Mai wurde der Live-Betrieb eingestellt und durch alte Spielfilme und Serien ersetzt.
Schließlich wurde am 12. Juli 2011 in Berlin und am 1. August 2011 in Hamburg und Schleswig-Holstein die DVB-T-Verbreitung eingestellt. Auch hier wurde der freiwerdende Sendeplatz durch den Frauensender Sixx belegt. Nun kommt am Dienstag die endgültige Abschaltung. Offensichtlich hinderten vertragliche Verpflichtungen eine frühere Abschaltung, denn ansonsten wäre die Abschaltung zusammen mit der Einstellung des Live-Betriebs sinnvoller gewesen.
Billig ist die Abwicklung des als Trash-TV in die Geschichte eingehenden Fernsehsenders nicht. Von den betroffenen 60 Mitarbeitern konnten nur rund 40 Prozent im Konzern untergebracht werden. Weitere 25 Prozent fanden Arbeit außerhalb der ProSiebenSat.1-Gruppe. Für die übrigen Mitarbeiter greift ein Sozialplan, dessen Kosten allerdings nicht bekannt sind.
Michael Beck
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