93. Lyrik iranischer Frauen

Die Unterdrückung der Frau in repressiven Gesellschaftsformen unter pseudoreligiösem Deckmäntelchen findet sich indirekt auch in dem schockierend direkten Gedicht „The Child is 18“ von Saghi Gharaman, während Fereshteh Sari im Raum der Poesie eine Heimat, einen Rückzugsort findet – bis auch dieser ihr durch politische Repression genommen wird: „These days / There aren’t any rooms / That can harbor me against the crowd / and behind every window / inside and outside every room / a two-faced clown sneers“.

Viele, die unter dem Shah oder der aktuellen Diktatur ins Exil getrieben wurden, schreiben vom Unterwegssein, vom Ankommen in einer neuen Heimat oder von den Differenzen zu ihr, und jene, die geblieben sind, erzählen (zumeist indirekt) von der inneren Emigration und der vorhandenen oder längst verlorenen Hoffnung. „When will we arrive at the garden?“ fragt Parvaneh Forouhar … 1998 wurden sie und ihr Mann vom Regime ermordet, ihre Leichen nach Mekka ausgerichtet. Im Sommer 2011 erscheint ein Buch von Parvanehs Tochter Parastou. Es heißt „Das Land, in dem meine Eltern umgebracht wurden: Liebeserklärung an Iran“.

/ Gerrit Wustmann, cineastentreff

The Poetry of Iranian Women – A Contemporary Anthology“, Hrsg. Sheema Kalbasi



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