81. Gegen die Konformität der Wahrnehmung

Die Frage ist für den Iraner Khalfani, der in Deutschland lebt, von besonderer Relevanz: „Der Dichter fängt an Gedichte zu schreiben / wenn er schweigen muss“. In Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, in dem die Dichter zwar schreiben dürfen aber nicht gelesen werden, herrscht lyrische Grabesstille. In Iran, wo die Dichter geknebelt und mit Berufsverboten belegt aber gelesen und gehört werden, ist das Schweigen unendlich laut: „Der laute Dichter / versteckt sich dann / hinter seinem Schweigen“. …

Khalfanis Verse kommen trotz ihrer Schwermut sehr leichtfüßig daher – wie der Vogel, der sie symbolisch durchfliegt und der bisweilen an jenes wundervolle Gedicht von Forough Farrochsad erinnert, das den Blick aus den Gitterstäben des Gefängnisses beschreibt. Bei Khalfani ist das Gefängnis die Konformität der Wahrnehmung, die er aufzubrechen versucht mit einer enorm starken Symbolik in einer ruhigen und nachdenklichen Sprache. / Gerrit Wustmann, cineastentreff.de

Salem Khalfani: Nachtschwimmer (Gedichte, Sujet Verlag 2010)



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