78. Gedicht

EIN KOPF AN EINEM KOPF IST NIE ZU WENIG
Wozu noch Trennungen, die wir nicht merken
Und Abschiede, die unsere Liebe stärken
Ich hab in deinem Haar versehentlich

Die Hand mit meinem Schlüssel liegen lassen
Von allen Anhängern zuerst die Brücken
Wir küssen nicht am Briefende, wir drücken
Zudem wir wochentags auf den Terrassen

Ganz unterschiedlich auf die Gondeln starren
Für dich sind sie Bananen, für mich Gyros
Wir scheitern fast auf Anhieb, weil wir trinken

Ich seh im Dunkeln Straßenbahnen fahren
Und laß womöglich gleich die Haare los
Denn Straßenbahnen müssen hier nicht blinken

 

Thomas Kunst



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