7. Zypernkatzen

Er veröffentlichte mehrere Gedichtbände, Erzählungen, Hörspiele und Radiofeatures und wurde unter anderem mit dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Sein neues Buch ist im jungen und ambitionierten Leipziger Poetenladen erschienen. Es zeigt Nendza als einen ausgereiften, sprachsicheren Lyriker. Seine Gedichte bevorzugen eine ruhig-reflektierte Tonlage und kommen ohne größere Formexperimente aus:

… vielleicht, sagt du, und ich bleibe stecken
im Wort: Auf dem Handelsweg schnurren
Zypernkatzen und spielen am Silbenrand,
als mir einfällt, dass ich noch Mehl besorgen
muss.

So heißt es im Auftaktgedicht. Es entstammt einem längeren Zyklus namens “Zypernkatzen”. Dazu passen Zedern, Zitronen, ein Gecko, Schuhe vor der Moschee, Bilder, die in den anderen Texten dieses Zyklus auftauchen. Handelt es sich hier vielleicht um eine verklausulierte Form von Reisedichtung?

Jürgen Nendza:

“Ich hoffe nicht. Zypernkatzen treffen wir auch hier in Deutschland an, ist eine ganz gemeine Hauskatze mit hellgrauem Fell und regelmäßigen schwarzbraunen bis schwarzen Streifen und auch Flecken. Aber natürlich weist der Begriff auch auf Zypern, wo ich mich, wo ich mich ja auch aufgehalten habe. Aber wenn wir mit Sprache arbeiten, bewegen wir uns ja immer auch in Sprachlandschaften und so kommt das eine zum anderen. Was ich vielleicht von meinem Prinzip her auch gerne mache, dass ich vertraute Begriffe und Umgebungen durch etwas unvertrautere Kombinationen, Wendungen oder Zwischenwelten versuche, ein bisschen zu entfremden, um sie dann wieder neu zu entdecken, ihnen neu zu begegnen, und Zypernkatzen, vom Katzenmotiv mal abgesehen, war so ein Moment, wo zusammenkam: Aufenthalt in Zypern und gleichzeitig aber auch so eine Ebene, ein Symbol, um das Vertraute wieder neu zu entdecken, auch über diese Katzenhaftigkeit der Gedichte.”

Enno Stahl sprach mit Jürgen Nendza, DLF



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