67. Fragment als Fragment

Der Altphilologe, der an der Universität Greifswald unterrichtet, macht zweierlei Dinge mit Sapphos Texten, die die Zeit auf Papyri bzw. Scherben überdauerten: Er liefert eine Übersetzung des Originaltextes, den er der Ausgabe von Eva-Maria Voigt folgend nummeriert. Diesen Übersetzungen sind Nachdichtungen beigegeben, die den Text gewissermaßen noch einmal illuminieren beziehungsweise in einzelnen Facetten spiegeln. Das Ergebnis ist beachtlich.

Im Grunde werden durch diese Methode die Fragmente noch einmal fragmentiert, dabei entstehen Texte, die so etwas wie eine regenerierte Einheit sind. Das Fragment als Fragment feiert seine unzerstörbare Substanz darin. Ich erschrecke selbst ein wenig vor dem Pathos, das in dieser Formulierung liegt, aber angesichts des Entstandenen scheint es angebracht. Außerdem erhalten Texte die vor ca. 2600 Jahren entstanden sind, ein zeitgenössisches Pendent.

Und vielleicht ist es ja auch so, dass alle Übersetzerinnen und Übersetzer, aber auch Leserinnen und Leser, Medien sind, durch welche Sapphos Texte in einer je besonderen Form wirken. Bei Hansen eben in der Fragmentierung des Fragments. Denn so muss er nicht vor der „ganzen“ Fülle und Bedeutsamkeit des Originals und der übergroßen Anzahl der Übersetzungsversuche kapitulieren, sondern setzt ihnen eine Einzelheit entgegen in einem eigenen Licht. / Jan Kuhlbrodt, fixpoetry

Sappho – Scherben-Skizzen. Übersetzungen und Nachdichtungen von Dirk Uwe Hansen, ISBN 978-3-940531-70-4
Udo Degener Verlag Potsdam 2012 



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