62. Ekphrasis

Wie bezwingt man schriftstellerisch ein Monstrum wie den Pergamonaltar, ohne dass das Ergebnis vor Schweiß trieft? – Mittels sinnlicher Hingabe, wie der Lyriker Gerhard Falkner zeigt. Seine Pergamon Poems sind eine lyrische Ekphrasis des auf dem Fries in Szene gesetzten, dramatischen Kampfes zwischen Göttern und Giganten. Schauspieler der Schaubühne Berlin übersetzten die Gedichte im Auftrag des Pergamonmuseums ins filmische Medium. Das »Götterkino« gibt es hier zu sehen. Aufgrund der brachialen Mixtur aus Alltagssprache und antikem Pathos wirken einige Gedichte etwas forciert. Das »Götterkino« jedenfalls beweist: Eine professioneller Vortragsweise ist die beste Kosmetik für mittelmäßige Texte. / Marion Acker, Kritische Ausgabe



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