6 Vegane Vorurteile, Mythen und Klischees sinnvoll widerlegt

Kennst du eigentlich die typischen Vorurteile gegenüber Veganern und ihrer Lebensweise? Mittlerweile ist das Thema Veganismus zwar in unserer Gesellschaft angekommen und fast jeder kennt den einen oder anderen Veganer. Dennoch gibt es immer noch viele vegane Vorurteile und Irrtümer, denen ich auch persönlich im Alltag begegne.

In diesem Artikel möchte ich deshalb die typischsten Klischees über Veganismus aufgreifen und entkräften. Damit auch du dir eine fundiertere Meinung zu einer Ernährungsweise bilden kannst, die viele Umweltprobleme unserer Zeit lösen kann.

Tipp: Im Vegan Blog erhältst du regelmäßig die besten Tipps rund um den veganen Alltag. Schau doch Mal rein.

Diese Vorurteile gegenüber Veganern sind typisch

Lass uns am besten keine Zeit verlieren. Ob gefährliches Halbwissen, Mythos oder Klischee – das hier sind die häufigsten Vorurteile gegenüber Veganern, die ich im Alltag zu hören bekomme.

Veganes Vorurteil Nummer 1: Vegane Ernährung ist eine Mangelernährung

Es gibt keinen Nährstoff, den du ausschließlich in Tierprodukten findest. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass du alle Nährstoffe in einer veganen Ernährung in ausreichenden Mengen abdecken kannst.

Natürlich solltest du dir bei einer veganen Ernährung ein paar Gedanken darüber machen, wie du deine Nährstoffe abdecken kannst. Andererseits solltest du das bei einer mischköstlichen Ernährung auch machen, da du, nur weil du Fleisch, Milchprodukte und Eier konsumierst, noch lange nicht alle Nährstoffe zu dir nimmst.

Insbesondere Eiweiß bzw. Protein wird oft als ein potentieller Mangelnährstoff genannt, da viele Menschen nicht wissen, dass Protein auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist. Wie es als Veganer mit dem Protein klappt, erfährst du im Artikel Proteine vegan abdecken.

Veganes Vorurteil Nummer 2: Als Veganer kann man kaum noch etwas essen

Veganismus Irrtümer, Mythen und Vorurteile

Es gibt eine Vielzahl essbarer Pflanzen. Das Einzige, das deine veganen Essensmöglichkeiten einschränkt, ist die eigene Fantasie. Ich habe seit ich mich vegan ernähre, so viele neue und leckere Lebensmittel kennengelernt. Meine Ernährung ist seitdem kreativer, abwechslungsreicher und gesünder.

Man muss nur ein bisschen nach den Alternativen Ausschau halten und dann findet man sie von ganz alleine. Früher, als ich mich noch nicht vegan ernährt habe, ist mir auch nicht aufgefallen, wie viele verschiedene Pflanzendrinks und andere Ersatzprodukte es gibt. Erst seit meiner Ernährungsumstellung wurde mir bewusst, wie viel man als Veganer eigentlich essen kann.

Veganes Vorurteil Nummer 3: Vegan ist viel zu teuer

„Das kann ich mir nicht leisten!“ ist eine Aussage, die ich öfter höre. Aber vegane Ernährung muss nicht teuer sein: Pasta, Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, regionales Gemüse, usw. sind wirklich günstige Lebensmittel. Im Vergleich dazu sind Fleisch und Käse unheimlich teuer.

Bei Pflanzendrinks gibt es mittlerweile in fast jedem Supermarkt eine günstige Eigenmarke und wenn dir das immer noch zu teuer sein sollte kannst du ganz einfach Hafermilch selber machen. Im Artikel Macadamiamilch selber machen findest du auch einige Infos, wie du Hafermilch selber machen kannst.

Mittlerweile sind sogar viele Ersatzprodukte durch die steigende Nachfrage relativ günstig geworden. Wenn du also ein paar Ersatzprodukte verwendest und ansonsten viele Hülsenfrüchte, Pasta, Reis und Gemüse in deine Ernährung integrierst, kann vegane Ernährung sogar günstiger sein als Mischkost.

Veganes Vorurteil Nummer 4: Pflanzen haben auch Gefühle bzw. Schmerzempfinden

Die Aussage „Pflanzen haben auch Gefühle“ hört man erstaunlicherweise immer wieder. Allerdings sind Pflanzen rein wissenschaftlich nicht in der Lage Schmerzen zu empfinden, weil sie kein zentrales Nervensystem, keine Schmerzrezeptoren und kein Gehirn besitzen. Natürlich leben Pflanzen und sind teilweise zu erstaunlichen Dingen in der Lage, wie sich zur Sonne auszurichten. Allerdings verhalten sich Pflanzen hierbei immer reaktiv, d. h. sie reagieren auf einen Reiz, wie beispielsweise das Sonnenlicht. Dabei ist der Pflanze aber nicht bewusst, was sie gerade tut, d. h. Pflanzen haben kein Bewusstsein.

Selbst wenn Pflanzen Schmerzempfinden und Bewusstsein hätten, wäre es dennoch besser sich vegan zu ernähren: Man benötigt bis zu 16 kg pflanzliches Futtermittel, um 1 kg Fleisch zu produzieren. Somit würden noch mehr Pflanzen leiden, wenn man Fleisch isst. Aber das ist nur hypothetisch, da Pflanzen ja sowieso kein Schmerzempfinden besitzen. Wenn du mehr über die Kalorienbilanz und nachhaltige Ernährung erfahren willst, dann schaue gerne in meinem Artikel Ernährung nachhaltig gestalten vorbei.

Veganes Vorurteil Nummer 5: Für Eier und Milch sterben keine Tiere

Eier - Vorurteile gegenüber Veganismus

Früher dachte ich auch, dass Veganer übertreiben, was ist schon schlimm an Eiern? Den Kühen und Hennen geht es doch gut, aber ist das wirklich so?

Männliche Küken sind in der Eierindustrie ein Nebenprodukt. Und da männliche Küken für die Industrie nutzlos sind, werden sie genau so behandelt: kurz nach dem Schlüpfen, noch am ersten Tag ihres Lebens, werden die männlichen Küken in industrielle Fleischwölfe geworfen und geschreddert oder lebendig vergast. Dieses Vorgehen ist eine gängige Praxis für Eier aus Käfig-, Freiland- und Biohaltung.

Legehennen haben eine natürliche Lebenserwartung von bis zu acht Jahren. Da ihre Legeleistung allerdings schnell abnimmt, werden die Hennen bereits nach 1,5 Jahren geschlachtet. Auch hier zeigt sich wie sehr die industrielle Tierhaltung auf Profit ausgerichtet ist.

Häufiger Irrtum bezüglich der Milchproduktion

In der Milchindustrie sieht es leider ähnlich aus. Genau wie männliche Küken sind männliche Kälber für Milchbauern unnütz. Deshalb werden sie in der Regel innerhalb von 24-72 Stunden nach der Geburt von der Mutterkuh entfernt. Manchmal werden die männlichen Kälber einfach erschossen und entsorgt, da die Nachfrage nach Kalbfleisch verhältnismäßig niedrig ist. Die anderen männlichen Kälber werden an die Fleischindustrie verkauft. Ohne Milchindustrie gäbe es also keine Grundlage für die Kalbfleischindustrie.

Kühe haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 20 Jahren, wenn sie in einer natürlichen Umgebung gehalten werden. Kühe in der Milchindustrie werden allerdings selten älter als 5-6 Jahre, da sie danach ausgelaugt sind, ihre Produktion abnimmt und sie deshalb geschlachtet werden.

Tipp: Inspiration zu veganen Ersatzprodukten findest du in meinem Beitrag 13 vegane Alternativen für Tierprodukte.

Veganes Vorurteil Nummer 6: Der Sojakonsum von Veganern zerstört den Regenwald

Ein Argument, das vermeintlich gegen Veganismus ist, ist die Tatsache, dass für Soja der Regenwald zerstört wird. Die Auswirkungen des Sojaanbaus in Südamerika haben natürlich verheerende Folgen für den Regenwald, allerdings werden rund 85 % der dort angebauten Sojabohnen als Basis für Futtermittel in der (Massen-)Tierhaltung verwendet. Viele Firmen, die Tofu oder Sojadrinks herstellen legen viel Wert darauf, dass sie Soja aus der EU verwenden.

Durch den steigenden Fleischkonsum wird auch mehr Soja als Futtermittel benötigt. Um der steigenden Nachfrage nachzukommen wird der Regenwald gerodet und als Anbauflächen für Soja verwendet.

Wenn du dich also um den Regenwald sorgst, ist die Reduzierung deines Fleischkonsums ein besonders wichtiger Schritt.

Irrtum über Soja auf unserem Teller

Übrigens, genmanipulierte Sojabohnen sind in Deutschland nicht als Lebensmittel für den Endverbraucher zugelassen, sondern lediglich als Futtermittel.

Das heißt in Deutschland gibt es keinen Tofu oder Sojajoghurt aus genmanipulierten Sojabohnen. Da genmanipuliertes Soja allerdings in der Tierhaltung zugelassen ist und es bisher keine Kennzeichnungspflicht gibt, kann es sein, dass man als Fleischkonsument indirekt auch genmanipuliertes und importiertes Soja isst.

Hier noch ein interessanter Vergleich: aus einem Kilo Sojabohnen kann man ungefähr zwei Kilo Tofu herstellen. Verwendet man die gleiche Menge Soja als Futtermittel für Schweine, erhält man lediglich 300 Gramm Schweinefleisch.

Tipp: Für mehr Infos über den Zusammenhang unserer Mahlzeiten mit Umweltproblemen, kannst du einen Blick in den Artikel Ernährung und Klima werfen.

Vorurteile gegenüber Veganismus im Alltag widerlegen

Veganismus Vorurteile und Klischees

Ich hoffe, dass ich mit den üblichen Klischees, denen man als Veganer aktuell noch ausgesetzt ist, ein bisschen weiter aufräumen konnte.

Passend zum Thema vegane Vorurteile, empfehle ich dir das Buch Vegan Klischee adé von Niko Rittenau. Niko beschreibt in dem Buch Klischees über vegane Ernährung und beschreibt dort auf wissenschaftliche aber unterhaltsame Weise, wie man eine gesunde und abwechslungsreiche vegane Ernährung gestalten kann.

Für mehr Infos und einen guten Start in den veganen Alltag empfehle ich dir meinen Artikel Vegan leben – Tipps zum veganen Start.

Wenn du noch mehr vegane Vorurteile kennst und eine schlagfertige Antwort parat hast, dann lass gerne einen Kommentar da!

Alles Gute,

Julian von CareElite

PS.: Wir haben auch einen Statistik-Artikel über Veganismus für dich zusammengestellt. Dort erfährst du durch Zahlen und Fakten noch mehr über die Entwicklung der veganen Ernährung in unserer Gesellschaft.


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