5. Oktober 2010, Und ich …?, 5.46 Uhr

Kaffee, Zigarette.
Der Adler hat sich an mein frühes Aufstehen gewöhnt, sagen wir, er musste sich daran gewöhnen. Er sitzt in seinem Käfig und putzt sich. Der Schnabel fährt hinab ins Gefieder.

Ich sitze an meinem Eintrag für die Pathologie, missgelaunt, weil mir der Text, den ich schreiben wollte, ein längerer literarischer Text, misslang.
Da saß ich, Seraphe und Sternchen waren fort, schrieb, dachte, ja, du schreibst an einer ganz neuen Form, du schreibst dich frei, schreibst dich aus deinem Gedankenkäfig heraus, ich putzte die Sätze, überlas es, mein Schnabel fuhr in den Text, ich entfernte ein Wort, schrieb ein Wort dazu.
Las! Nein!!
Der Text war nichts, den konnte man ausdrucken und dem Adler als Kotunterlage in den Käfig legen. Hör auf, dachte ich. Das war es. Du wirst nie wieder einen brauchbaren Text schreiben. Vielleicht ist es so, was weiß ich denn.
Zwei Bücher sind veröffentlicht, eine Erzählung kommt in wenigen Tagen auf den Markt, der Vertag für einen neuen Roman ist so gut wie unterschrieben, einen weiteren fertigen Roman trage ich noch im Gepäck, außerdem noch zahllose Kurzgeschichten. Vielleicht soll da gar nichts mehr kommen. Das Werk reduziert sich auf diese Stücke.
Und dann? Ich muss schreiben, immerfort. Gehen wir von einem schlechten Tag aus, einem Tag der Neuorientierung.
Du musst die Krise benutzen, denke ich. Michael Chabon hat in einer solchen Situation die „Wonder boys“ geschrieben.
Und ich …?



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