30 Jahre .de-Domains im Internet

de30jahreGestern war wieder mal Geburtstag im Internet: Am 5. November 1986 wurden nach einer großen Namensreform die ersten drei Internet-Domains mit der Endung .de vergeben. Es waren die Universitäten Dortmund (uni-dortmund.de), Paderborn (uni-paderborn.de) und Karlsruhe (uka.de ), die die ersten deutschen Domainadressen führen konnten.

Zufall war es sicher nicht, dass sich mit Dortmund, Paderborn und Karlsruhe die Unix-Enthusiasten an deutschen Universitäten in einem Verbund wie dem EUNet zusammenfanden. Die Studenten an diesen Unis hatten die Möglichkeiten der zukunftsweisenden Technik erkannt und gründeten mit Firmen wie EUnet und Xlink auch folgerichtig die ersten kommerziellen Internet-Provider.

Die Entwicklung der Geschwindigkeit im Internet

Zu den ersten deutschen Internetadressen, die ich seinerzeit über EUNet (später UUNet) in Dortmund beschaffte, gehörten ahrens.de und luedinghausen.de. Auch die erste Breitbandleitung mit 4 MBit/Sekunde in beide Richtungen führte damals, als die schnellste Postleitung mit ISDN gerade mal 64 kBit/Sekunde erreichte, von Lüdinghausen nach Dortmund zu UUNet als Provider.

Seinerzeit behauptete die Post noch, man könne Daten nicht schneller als mit 300 Bit/Sekunde über eine Kupferleitung schicken, obwohl wir schon damals Modems beispielsweise von US Robotics mit 19 oder gar 56 kBit/Sekunde benutzten – immerhin das mehr als Hundertfache.

Heute überträgt der durchschnittliche DSL-Hausanschluss sogar 16 Millionen Bit/Sekunde, und auch 100 MBit mit Kupferkabel ist noch möglich, bevor es wirklich eng wird. Damit hatte sich die Post (damals „der Gilb“ genannt) bezüglich der maximal möglichen Übertragungsrate von Telefonkabeln immerhin um das 300.000fache verschätzt.

Die Entwicklung der Preise fürs Internet

Die Preise haben sich umgekehrt entwickelt. Damals zahlte ich noch gut 11.000 DM pro Monat für die symmetrische 8 MBit-Leitung zwischen Dortmund und Lüdinghausen, heute habe ich die vierfache Übertragungsrate für schlappe 19,99 € im Monat über Vodafone.

Und wer das Glück hat, in der Nähe eines kostenlosen offenen WLANs zu wohnen, muß gar nicht mehr für die Internetverbindung bezahlen. Hier in Lüdinghausen sind das beispielsweise die vielen Freifunk-WLAN-Zugänge, die jedermann offen stehen. Eine Übersichtskarte zeigt, wo diese Einwahlpunkte in der Stadt Lüdinghausen zu finden sind.