29. Kotzbrocken u. Klassiker

Wolf Wondratschek hat Prostituierte beschimpft, Kokain geschnupft – und unsterbliche Verse verfasst. Im Gespräch mit Sven Michaelsen zieht er die Lehren aus einem deutschen Dichterleben

(…) Heillos zerrüttet ist das Verhältnis der deutschen Frauenbewegung zu Wolf Wondratschek. Mal machten ihn gezielte Kotzbrocken-Statements zur Hassfigur („Ich habe den Frauen in meinem Leben sicher mehr Zeit geschenkt als ihnen zusteht“), dann wieder seine chauvinistischen Wutreden gegen die flaue Performance von Prostituierten, die er „Pritschen ohne Arbeitsmoral“ nennt. (…)

Welt am Sonntag: Herr Wondratschek, Sie waren einmal der meistgelesene Lyriker Deutschlands und hatten den Ruf eines großen Rock- und Sexualpoeten, der sein Leben zwischen Bar, Boxring und Bordell zubringt. Warum sind Sie vor 15 Jahren von München-Schwabing nach Wien gezogen?

Wolf Wondratschek: Ich wollte in der Heimat meines Lebensgefühls leben. Niemand weiß heute, wo ich wohne, niemand ist je in meinem Zimmer gewesen, und meine Telefonnummer haben nur noch ganz wenige Leute.

(…)

Wolf Wondratschek: Sie haben früh rauschhafte Kritiken bekommen.

Wolf Wondratschek: Reich-Ranicki schrieb gleich beim ersten Gedichtbuch diesen ominösen Satz, der mir seither schwer im Magen liegt: „Schon zu Lebzeiten ein Klassiker.“ Heute untersage ich jedem, das vorne oder hinten auf meine Bücher zu drucken.

(Autor: Sven Michaelsen steht darüber. In dem langen Gespräch steht nur beim ersten Mal „Welt am Sonntag“, danach über jeder Rolle „Wolf Wondratschek“. Ob Versehen oder Gag? Weiß ich nicht.)



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