25.10.2013: Semantik

Von Cornelia Wilhelm @NiveauKlatsch

Ich bin euch noch die Zusammenfassung des Semantikseminars schuldig. Et voilá! 
Gestern haben wir uns zunächst mit der Frage befasst, was „Zeichen“ überhaupt sind. Zusammenfassend sind wir darauf gekommen, dass…: 
- Zeichen eine Bedeutung haben 
- im Prinzip verstehbar sind 
- ein Hinweis sein können 
- der Verständigung dienen 
- … 
Das größte Zeichensystem ist die menschliche Sprache. Sprachwissenschaftler verbringen daher einen Großteil ihres Lebens darauf, sich mit den verschiedenen Zeicheninterpretationen auseinander zu setzen. Diese, also die Zeichen, haben immer eine Art Stellvertreterfunktion und unterliegen keinen materiellen Einschränkungen (auch der Geruch von Kaffee kann ein Zeichen sein!). 
Generell stehen also immer zwei Dinge in einer Beziehung zueinander: Das Zeichen und das, wofür es steht. Oder auf latein: „Aliquid stat pro aliquo.“  Also: Etwas steht für etwas anderes… medienunabhängig. Im Bereich der Zeichen werden drei verschiedene Typen unterschieden: 
Index/ indexikalisches Zeichen: wird oft als Anzeichen verstanden, hat keine Intention, muss in einem Folgeverhältnis stehen, setzt ein Erfahrungswissen der Welt voraus (z.B. Rauch steht für Feuer usw.), medizinische Symptome sind klassische Indexe, unterliegt dem Prinzip der KAUSALITÄT. 
Ikon (griech.: „Bild“): lebt vom Wiedererkennungswert des Bezeichnenden in der jeweiligen Abbildung, wird meist im Rahmen standardisierter Hinweisbilder (Frau auf dem WC-Schild usw.) benutzt, ist in jeder Sprache verständlich, gestaltet sich in Gesellschaften, die weniger bildbezogen leben als schwierig, Hyroglyphen und chinesische Bildsprache gehen auf Ikone zurück, unterliegt dem Prinzip der SIMILARITÄT. 
Symbol: lebt vom Weltwissen (z. B. die weiße Taube für den Frieden), müssen erlernt werden, es existieren globale Unterschiede, sprachliche Zeichen sind klassische Symbole, unterliegt dem Prinzip der KONVENTIONEN/ SYMBOLIZITÄT. 
ACHTUNG! Die Grenzen zwischen Symbol und Ikon sind zum Teil fließend! 
Bei onomatopoetischen Worten handelt es sich um die so genannte „Lautmalerei“. Hierunter fallen Worte wie „wau wau“ oder „kieckerikie“. Diese passen sich der jeweiligen Sprache an. 
Nonverbale Zeichen beinhalten u. a. auch die paraverbalen Zeichen. Bei letzteren handelt es sich um den sprachlichen Ausdruck und die stimmliche Qualität. Klassische non-verbale Zeichen sind Gestik und Mimik. 
Um sich die Beziehung der Zeichen zum Bezeichneten ein wenig zu verdeutlichen, empfiehlt es sich, sich ein wenig mit dem „Semiotischen Dreieck“ zu befassen. Dieses zeigt die Relationen zwischen „Zeichen“, „Zeichenbenutzer“ und „Bezeichnetem“ genauer auf. 
So. Um zu guter letzt noch mehr Fremdworte einzubringen…: 
Unter einer syntakmatischen Beziehung versteht man die Reihenfolge der Wörter eines Satzes. Unter einer paradigmatischen Beziehung versteht man den Umstand, dass das Wort „Hund“ beispielsweise auch in einem Satz durch „Terrier“; „Bulldogge“ o. ä. ersetzt werden kann. 
Klingt komisch. Is’ aber so. Es gibt also unendliche viele Möglichkeiten der Verknüpfung. 
Fein. Beruhigend. Fertig für heute. Tschüss. 
Liebst, Conny