24h Nordschleife: Die grauenhafte TV Berichterstattung

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Sport 1 ist nicht gerade für tolle Sportübertragungen bekannt, doch was man da mit dem laut Edgar Mielke „Geilsten und größten Rennen der Welt“ veranstaltet hat, war mehr als nur eine Enttäuschung.

Ohne Frage ist das 24 Stunden Rennen auf der Nordschleife eines der wichtigsten Rennen in Deutschland, auch da das internationale Interesse an dem Rennen sehr groß ist. Doch übertragungstechnisch wurde  das Rennen auch in diesem Jahr wieder sehr stiefmütterlich behandelt, was übrigens auch den Herstellern und den Sponsoren nicht wirklich gefällt. Die Übertragung von diesem Jahr toppte aber bisher alle Übertragungen aus den letzten Jahren. Man zeigte wenig vom Rennen, dazu gab es dann auch noch wie immer viel Werbung.  Zwischendrin zeigte man lieber Sportquiz und in der Nacht gab es dann wie immer Titten TV. Aufgrund der geringen Übertragungszeit von Sport 1, war auch der Livestream nicht zu gebrauchen, denn dieser zeigte immer nur eine Kamera am Ausgang der Boxengasse, wenn Sport 1 nicht auf Sendung war. Besonders von der Schlussphase sah man dadurch so gut wie gar nichts, da Sport1 erst um 15:30 Uhr, also eine halbe Stunde vor Rennende wieder auf Sendung ging.  Ansonsten machte auch die Wige mehr oder weniger Pause. Dazu gab es in diesem Jahr kaum was von der Nordschleife zu sehen, wenn nur in den Onboards, was sehr schade war. Ebenfalls schade war, dass die Wige das Rennen wieder nur in SD produziert hat. Dementsprechend war natürlich auch die Bildqualität.

Als Kommentator wurde wieder Edgar Mielke eingesetzt. Ja, leider war an diesem Wochenende keine Moto GP. Mielke war mal wieder ununterbrochen am Brüllen. Sein Kopf war so rot, dass man schon befürchten musste, dass er jeden Moment in die Luft geht. In jedem zweiten Satz erwähnte er Alex Hofmann und erzählte seinen Gästen, was der Alex doch für eine coole Socke sei. Er könne per Funk mit ihm reden und gleichzeitig kann der Alex auch noch lenken! Was für eine Sensation oder? Als Dirk Adorf ihm dann mal sagte, dass das was ganz normales ist, sagte Eddie nichts mehr dazu. Dazu andauernd dieselben Phrasen „Römisches Wagenrennen“, „Sprintrennen“, „geilstes Rennen überhaupt“ usw. Natürlich hat er auch Stunden nach dem Start mit jedem Gast noch mal alle Unfälle der ersten zwei Stunden durchgekaut und  stelle jedem die gleichen Fragen.

Und kennt ihr schon die WTTC? Nein? Wir auch nicht! Aber diese Rennserie fährt laut Herrn Mielke nächstes Jahr im Rahmen der 24 Stunden von der Nordschleife. Bin schon sehr gespannt auf diese Rennserie. Und nein, es war kein Versprecher. Er redete die ganzen Tage von der „WTTC“. Doch sehr bezeichnend für die Leistung von Mielke war, als Stefan Bradl ihm sagte, was er sagen soll…. „Erzähl, dass der in die Box abbiegt.“ Glücklicherweise blendete Sport 1 in jenem Moment Eddie und Bradl ein. Das Gesicht von ihm in diesem Moment war einfach klasse…

Das Renngeschehen ignorierte Mielke eigentlich auch so gut wie komplett. Mehr als die ersten fünf in der Gesamtwertung hatte der Starkommentator eigentlich nie im Blick. Außer natürlich die Klasse in der „DER ALEX“ fuhr. Hier wurde die aktuelle Platzierung und Rundenzeit jede Runde von Mielke ins Mikrofon gebrüllt. Wollte man also auch in den anderen Klassen auf dem aktuellsten Stand bleiben, musste man auf Radio Le Mans oder auf das Ringradio zurückgreifen.

Und als wäre das nicht schon schlimm genug, ließ man Mielke auch noch in diversen Programmtrailern brüllen. „oi oi oi oiiii“, „Was für ein Krimi“ usw. Man kann nach dem Rennen durchaus behaupten Mielke geschädigt zu sein.

Dazu kam ein Tobi Schimon, der auch mit von nichts einen Plan hatte und Namen teilweise vollkommen durcheinander warf. Erik Engesser war von der ganzen Sport 1 Mannschaft noch am erträglichsten. Er wusste wenigstens halbwegs, was er da eigentlich macht. Warum man aber einen Patrick Simon, der von allen am meisten Ahnung hatte nur im Stream einsetzte, muss man auch nicht verstehen, passt aber letztendlich zur bescheidenen Übertragung.

Doch nicht nur wir Fans in Deutschland mussten leiden, sondern auch alle internationalen Fans, die über den Livestream zuschauen, dessen Qualität für das Jahr 2014 übrigens auch mehr als bescheiden war. Und auch das ist bezeichnend für das Angebot. Immerhin schaffte es Nismo einen HD Stream anzubieten, während der offizielle Stream nicht über 480p hinauskam. Auch das Livetiming ist noch von anno dazumal, was übrigens auch vielen nicht gefällt. Erstens funktionierte es häufig überhaupt nicht und zweitens aktualisiert es sich nur nach einer kompletten Runde. Zwischenmesspunkte wie man das eigentlich aus jeder anderen Rennserie kennt gibt es nicht.

Es gibt also noch jede Menge Luft nach oben bei Sport 1, der Wige und auch dem Veranstalter an sich. Doch da sich in den letzten Jahren nichts geändert hat, wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern und wir müssen wohl noch bis mindestens 2016 mit dieser genialen Übertragung leben, denn so lange läuft der Vertrag mit Sport 1.


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