22. Oktober 2010, Abkalben, 8.27 Uhr

Kaffee, Zigarette.
Gestern wurde also in der Pathologie nicht untersucht, da wurde niemand abgefüttert, niemand mit Drogen versorgt, denn Kaffee und Zigaretten stehen doch eigentlich immer bereit. Die stehen neben der Tastatur, man muss nur zugreifen, der Autor tut es, tat es. Der stand bereits am frühen Morgen auf dem Balkon, atmete mit dem Frost um die Wette. Der Winter hatte sich als feines Weiß auf die Autos gelegt. Arme Schweine, dachte der Autor, die jetzt keine Garage haben, die müssen sich an ihren Autos vergehen, mit einer CD-Hülle im schlimmsten Fall, aber wenigstens wird denen warm. Man soll ja in jeder misslichen Lage noch den Kern des Positiven entdecken. Derlei schwachsinnige Wahrheiten müssen aus einem Politikermund stammen.
Gestern wurde also, ich will noch einmal mit diesen Worten beginnen, nicht untersucht, nein, denn die Muse hatte Geburtstag. Sie wird, das stehle ich mir nun aus einem anderen Text, der meiner eigenen Wahrheit einfach sehr nahe kommt, sie wird mit jedem Tag schöner. Und weil ich ein so schlimmer Gast sein kann, setzte ich mich am Morgen vor die Tastatur, eben ganz so wie ich es jetzt auch tue, und schrieb etwas für ein Onlinemagazin. Vielleicht haben Sie es entdeckt, sollten Sie es nicht gelesen haben, dann erröten Sie auf der Stelle, gehen Sie dahin und suchen Sie.
Später am gestrigen Tag kam dann noch eine Nachbarin, sie schleppte sich die zwei Stockwerke zu uns hoch, tat sie eigentlich nicht, denn obwohl sie „älter“ ist, fit ist sie noch immer, wahrscheinlich weitaus beweglicher wie der hauptsächlich sitzende Autor dieser Zeilen. Wir tranken unseren Kaffee, denn Kaffee gibt es hier reichlich, schrieb es bereits, wir aßen unseren Kuchen, den hatte die Muse mit dem Sternchen am Tag zuvor gebacken.
Die Autorenmama kam noch kurz vorbei, und ganz Autorenmama und zerstreut, war sie überrascht über die Feierlichkeiten. Geburtstag, fragte sie, den hast du doch erst … Aha!
Nachdem sich die Autorenmama verabschiedet hatte, stiegen wir von Trutzburg hinab, stiefelten ins Tal zum Lieblingsgriechen. Bestellten, weil wir beim Griechen für Überraschungen nicht gut sind, die bekannten Speisen, den bekannten Wein, packten die bekannten Karten aus und spielten ein paar Runden. Ich liebe Kartenspiele, vor allem wenn ich sie gewinne. Das Essen kam, wir schaufelten, denn wir sind hier in Fulda, eine katholische Hochburg, da wird nicht genossen, da wird gefressen, na, so schlimm war es vielleicht auch nicht, ich will das rasch abmildern, denn die Muse wird dies später lesen und mich mit gerunzelter Stirn ansehen und sprechen: Du beschreibst uns falsch! Wahrscheinlich. Die Übertreibung liegt mir im Blut. Sie sollten also mit Vorsicht genießen, was ich Ihnen hier täglich auftische.
Nach dem Essen war vor den Schnäpsen. Wir bekamen diverse Spirituosen kredenzt, die Bedienung, ein nettes und rustikales Mädchen, schlug der Muse auf den Rücken, nachdem sie von deren Geburtstag erfahren hatte. Alles Gute, schrie sie, alles Gute, klopfte und klopfte auf den Rücken wie bei einer Kuh kurz vor dem Abkalben. Ja, wir kamen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus, wir lachten uns schief und krumm, zahlten, die Muse gab ein großzügiges Trinkgeld, denn die wunderbare Klopferin sollte ja auch an ihrem Tagesglück partizipieren.
Raus, raus, prustend, immer noch lachend. So schoben wir uns gegenseitig in die Trutzburg zurück.

Heute? Ich werde schreiben. Was sonst? Die Muse küssen. Eine gute Idee. Einen Kaffee trinken gehen. Ja. Ich werde bestimmt auch noch eine Zigarette rauchen und dann …



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