In jedem Land gibt es unterschiedliche Weihnachtsbräuche, die sie manchmal sehr von unseren unterscheiden. Heute möchte ich dir die dänischen Weihnachtsbräuche vorstellen.

Die Vorweihnachtszeit wird in Dänemark Ende November mit dem Erscheinen der Weihnachtsbriefmarke ( Julemærke) eingeläutet, deren Erlös einem wohltätigen Zweck zugute kommt. Die Marke wird jedes Jahr von Künstlern gestaltet, sogar Königin Margarethe hat schon mal eine Marke entworfen. In dieser Zeit beginnt auch so langsam der Verkauf von Weihnachtsartikeln in den Geschäften und die Wohnungen werden so langsam weihnachtlich dekoriert. Übrigens - der Adventskranz wurde in Dänemark erst populär, als er 1946 Motiv einer Marke war.

Am 1. Dezember wird das erste Mal die Kalenderkerze angezündet, eine dänische Besonderheit. Auf der Seite der Kerze sind die Zahlen von 1 bis 24 geschrieben und die Kerze wird so in Etappen bis zum 24. Dezember abgebrannt. Die Kinder bekommen aber auch in Dänemark einen Adventskalender, wie wir ihn auch kennen, selbstgebastelt mit kleinen Geschenken oder gekauft.

Weihnachtsmärkte gibt es überall in Dänemark, nur nicht so groß wie in Deutschland. Ehr klein und gemütlich - hyggelig, wie der Däne sagt. In Kopenhagen im Tivoli, einem Vergnügungspark, oder am Nyhavn beginnt der Weihnachtsmarkt schon Mitte November, in den Einkaufsstraßen meist Anfang Dezember.

Die Dänen feiern gerne und nutzen jede Gelegenheit für ein geselliges Beisammensein. So wird auch die Vorweihnachtszeit genutzt, um mit Freunden, Kollegen oder Familie einen netten Tag zu verbringen. Traditionell wird zur Julefrokost eingeladen, also einem weihnachtlichen Mittagessen. Hier gibt es dann allerlei dänische Spezialitäten, wie z.B. Leberpastete, Hering, Schweinebraten, Salate. Bier und Schnaps darf natürlich auch nicht fehlen. Zur Weihnachtszeit werden in Dänemark besondere Weihnachtsbiere gebraut, die speziell gewürzt sind und mehr Alkohol enthalten.

Der Lucia-Tag, am 13. Dezember, ist eigentlich eine schwedische Tradition, wird aber mittlerweile in ganz Skandinavien gefeiert. Das Fest geht zurück auf das alte Fest der Wintersonnenwende, die vor der Gregorianischen Kalenderreform, am 13. Dezember war. Die Verbindung des eigentlich heidnischen Brauchs mit der Heiligen Lucia wurde erst später hergestellt. Dieser Tag wird zumeist in Seniorenheimen oder Krankenhäusern, aber auch in vielen Schulen und Tagesstätten begangen. Eine kleine Gruppe von Mädchen in weißen Gewändern zieht durch die Gänge und singen das Lied von Santa Lucia. Das vordere Mädchen trägt auf dem Kopf einen Kranz mit brennenden Kerzen.

Natürlich wird auch in Dänemark das Heim weihnachtlich geschmückt. Ein typischer dänischer Weihnachtsschmuck sind die Julenisser, die Weihnachtswichtel. Sie sind in der Weihnachtszeit eigentlich in jeder Wohnung zu finden. Die Figuren sind traditionell in den dänischen Farben rot und weiß gehalten. Im heidnischen Glauben waren die Nisser für Glück und Unglück im Haushalt zuständig und sie brachten auch die Geschenke. Daher sollte man die Wichtel immer bei Laune halten. Nach altem Brauch wurde eine Schüssel Milchreis für die Wichtel auf den Dachboden gestellt und die Kinder waren sehr gespannt, ob am Abend vor Weihnachten die Schüssel leer war. Auch wenn die Nisser immer noch der dänische Weihnachtsschmuck ist, werden die Geschenke mittlerweile vom Weihnachtsmann gebracht.

Das typische dänische Weihnachtsgebäck sind die Pebbernødder (Pfeffernüsse) und Brunekager (Braune Kekse), die ähnlich wie Lebkuchen schmecken.

Die eigentlichen Weihnachtstage beginnen in Dänemark am 23. Dezember mit dem lille Juleaften, dem kleinen Weihnachtsabend. Hier wird meistens der Weihnachtsbaum mit der ganzen Familie mit rot-weißen Herzen, Strohsternen oder Lametta geschmückt. Aber auch an Weihnachten darf der dänische Nationalstolz nicht fehlen und der Baum wird mit Girlanden der dänischen Fahne geschmückt. Der Juleaften, dem heiligen Abend, beginnt mit einem Abendessen mit der ganzen Familie, das traditionell aus Gans, Ente oder Schweinbraten mit Rotkohl und in Zucker glasierten Kartoffeln ( brune Kartofler) besteht. Als Nachtisch gibt es den ris à l'amande, einen kalt servierten Sahnereis mit gehackten Mandeln. Das Wichtigste an dem Nachtisch ist eine ganze Mandel. Wer die Mandel in seiner Portion findet, bekommt ein weiteres Geschenk, die Mandelgave.

Nach dem Essen werden die Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet. Nun tanzt die Familie Hand in Hand um den Baum (eigentlich schreitet man) und singt Weihnachtslieder. Ich vermute mal, das dieser Brauch mittlerweile weniger wird, da in vielen Wohnungen nicht so viel Platz ist und der Baum nicht mehr mitten im Raum stehen kann. Nach dem Singen ist dann auch endlich Zeit für die Bescherung.

Du fragst dich, warum ich ausgerechnet über die dänischen Weihnachtsbräuche schreibe? Mein Freund hat als Kind 7 Jahre in Dänemark gelebt und aus der Zeit noch einige dänische Freunde. Außerdem sind in seiner Familie einige dänischen Weihnachtsbräuche Tradition, wie z.B. der ris à l'amande.

Jeg ønsker dig en glædelig jul og godt nytår! (Ich wünsche Dir ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr!)


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