21.2.2011: Yes, it’s fucking political!

Moin.

Wie ihr ja wisst, bin ich seit neuestem Mitglied bei den Grünen in Coburg. Mein Freund S. und Lapis hatten sich verschworen, damit ich a) etwas Sinnvolles aus meiner vielen Zwangsfreizeit mache und b) mal aus dem Haus und c) unter echte Menschen komme.

Das erste Treffen der Partei habe ich hinter mich gebracht. Es gab zwar keine Untertitel, aber S. hat hin und wieder aufgeschrieben, worum es ging. Das interessiert hier niemanden, aber mein erster Eindruck war, dass Parteiarbeit sehr, um es mal euphemistisch auszudrücken, „nah an der Realität“ ist. Ich war an der viel zitierten „Basis“ angekommen.

Zum Glück musste ich nicht, wie S. angedroht hatte, die Website der Grünen hier „machen“, denn in der Tat „machen“ das andere Leute, die viel profesioneller sind als ich das könnte. Dafür wurde ich in das Orts-Pendant eines Ausschusses gesteckt, der hier „Arbeitskreis“ heißt. Und zwar in den AK „Öffentlichkeitsarbeit“.

Der traf sich auch in der letzten Woche bei uns in der küche. Sagte ich schon „nah an der Realität“? Die sah dann auch so aus, dass alle möglichen Ideen, die ich mir zurecht gelegtr hatte, and der Klippe des Machbaren zerschellten. Die Klippe besteht vor alem aus zwei Materialien: Geld (und das Fehlen des selben) und Menschen (und das Fehlen der selben). Ich musste erfahren, dass die Grünen in Coburg (~50.000 Einwohner) in eine normale Oberstufenklasse passen würden. Aber wie sagte schon der Herzog von Rochefoucault im 17. Jahrhundert? „In der Politik soll man weniger versuchen, neue Gelegenheit zu schaffen, als die sich bietenden zu nutzen.“(ZITAT!!!!!)

Also habe ich mein hochtrabenden Pläne eingepackt: die großen Paraden durch die Fußgängerzone, die ganzseitigen Anzeigen in beiden Coburger Tageszeitungen und das Projekt, die Veste grün zu verhüllen und mich in das Klein-Klein gestürzt, das machbar ist. Und es macht schon Spaß und gibt mir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und weil es wirklich REAL ist, was wir machen, drängt es das Gefühl zurück, welches ich schon länger mit mir herum trage: Irrealität. Ich gehe vielleicht näher darauf ein, wenn ich über Kulturschocks schreibe.

Dass meine beiden Parteifreunde nette Menschen sind, hat mir natürlich  geholfen, meine absurde Nervosität vor dem AK zu überwinden. K. hat mir auf dem Laptop alles aufgeschrieben und beide haben zugehört, als ich meine Ideen, auch die absurdesten, vorschlug und haben nur ganz sanft gesagt:

„Die Coburger Grünen haben gar kein Flugzeug.“

So viel zu meinem Himmelsschreiber-Plan :(

Ich habe eine neue Kategorie eingeführt: It’s fucking political. Zur Feier des Tages gibt’s ein Video:

21.2.2011: Yes, it’s fucking political!



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