20. Pillenknick

Die Jüngerinnen, die Jünger der Sappho sind aber schon generell beklagenswerte Geschöpfe: Man entsinnt sich ihrer wie lästiger Plagen. Die gesangliche Wurzel der Sprachen, das Bannen der Welt durch die Magie der Wörter, ist nicht bloß in Verruf geraten. Die ausübenden Dichterinnen und Dichter genießen das Prestige von Hufschmieden oder Ledergerbern. …

Mit der Erosion der Lyrik – verstanden als ein Medium, das für viele verbindlich Bedeutung erzeugt – bemächtigte sich so etwas wie ein lyrischer Pillenknick der Stockholmer Preisliste. Nach Brodsky besann man sich des wunderbaren Derek Walcott (1992): Der karibische Poet passte famos in das überfällige Aufkeimen postkolonialer Diskurse. Der Ire Seamus Heaney (1995) gab noch einmal einen Begriff von der betörenden Widerständigkeit seines auf Verse versessenen Heimatlandes. 1996 folgte die zurückgezogen lebende Krakauerin Wislawa Szymborska: eine Poetin des Alltagslebens, in deren hauchfeinen Sprachgespinsten der Schock des 20. Jahrhunderts nachzittert.

Danach: Stille. Kein Gedicht mehr, nirgends. / Ronald Pohl, Der Standard



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