20. Alain Lance

Als in der DDR die Reihe »Poesiealbum« erschien und einen europäischen Ruhm begründete (Poesie, als wäre sie eine Zeitung!, und dazu noch für 90 Pfennig Ost!), da war 1977 Alain Lance der Dichter der 114. Ausgabe. Ihm folgte, Geistesbruder zu Geistesbruder, die Nummer 115 – Volker Braun. Darin ein Gedicht über Austern, gewidmet dem französischen Freund, der die Speise-Tierchen aus Paris mitbrachte – für den deutschen Essenstisch, an dem, so erzählt das Gedicht, auch Christa und Gerhard Wolf Platz nehmen. Austern* schlürfen: »das/ Leben zwischen Gier und Abscheu/ Zergehen lassen auf der Zunge, ja.« / Hans-Dieter Schütt, ND 5.6.

Alain Lance: Deutschland, ein Leben lang. Mit einem Nachwort von Volker Braun. Verlag Matthes & Seitz Berlin. 160 S., 17,90 €.

* “diese kleinen / Fotzen der See” (Die Austern, in: Volker Braun: Gegen die symmetrische Welt, Halle (Saale) 1974, S. 11)



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