19. Klüger über Bachmann

Ruth Klüger eröffnete Mittwochabend mit einer Rede über “Bachmanns Wahrheit & Dichtung” die Tage der deutschsprachigen Literatur. Die Kleine Zeitung veröffentlicht Auszüge:

Sprache sollte Vermittlerin der Wirklichkeit, ihre Verwandlung in Wahrheit sein. Doch Ingeborg Bachmann ist die Dichterin der Gleichnisse, die nicht aufgehen. Wir suchen nach dem Sinn und sie verweigert ihn, nachdem sie uns lockt und glauben macht, dass sie ihn uns auf Bestellung kredenzen wird. Und diese Verwirrung ist was sie anstrebt um uns zu weiterem Suchen zu bringen. Von den Gedichten, die sie berühmt gemacht hatten, hatte sie dann schließlich genug und versprach, nie wieder welche zu schreiben, weil es zu leicht geworden war. “Ich habe aufgehört, Gedichte zu schreiben, als mir der Verdacht kam, ich ‘könne’ jetzt Gedichte schreiben, auch wenn der Zwang, welche zu schreiben, ausbliebe.”



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