14 Dinge die Du in Venedig nicht tun solltest

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„Venedig – Plump und zu bunt ist Rom, und Neapel ein Haufe von Häusern; Aber Venedig erscheint eine vollendete Stadt.“ (August Graf von Platen-Hallermünde)

Nachdem es in zahllosen Büchern und im Internet nun wirklich schon mehr als genug Ratgeber und Tipps für Venedig gibt, über all das was man unbedingt tun oder sehen sollte, drehe ich den Spieß nun einfach mal um und schreibe in diesem Blogbeitrag darüber, was man in der italienischen Lagunenstadt tunlichst vermeiden sollte.

Letzte Woche war ich wieder einmal ein paar Tage in La Serenissima und hatte etwas mehr Zeit auf die Dinge zu achten, die es neben all den touristischen Highlights zu beachten gibt. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen Besucher von Venedig etwas weiter sich richtig zu verhalten, obwohl ich manches für selbstverständlich und logisch erachte. Also legen wir los…

1. Müll einfach achtlos auf die Straße oder in den Kanal werfen

Grundsätzlich sollte das an keinem Ort der Welt geschehen, aber was man unterwegs auf Reisen bei Touristen aus aller Welt so beobachtet legt die Vermutung nahe, dass es noch nicht zu allen durchgedrungen ist.

Müll gehört in den Mülleimer!

Und davon gibt es an allen öffentlichen Plätzen, neben Eisdielen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt wirklich mehr als genug. Hier der Beweis:

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Nur einer von zahlreichen Mülleimern am Markusplatz in Venedig.

2. Die Tauben am Markusplatz füttern

Der Aufdruck am oben gezeigten venezianischen Mülleimer bringt mich gleich zum zweiten Punkt. Füttere bitte nicht die Tauben auf dem Markusplatz. Auch wenn Du ein schönes Foto willst oder einfach nur tierlieb bist hilft das bei täglich zigtausenden Besuchern mit ihren Vollpfostenantennen den vom Taubenkot geplagten Venezianern nicht. Es winken hohe Bußgelder von bis zu 500 Euro bei Nichtbeachtung, wie man auf dem Schild oben lesen kann. Die Tauben können das verkraften, also lass es einfach.

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Die Tauben am Markusplatz können beim Füttern durchaus aufdringlich werden… Winking smile

3. Liebesschloss an Brücken oder Gittern anbringen und Liebesschwüre an Wände schmieren

Bist Du frisch verliebt und siehst überall nur noch rosa Herzchen? Dann ist Venedig genau die richtige Stadt mit einer gehörigen Portion Romantik. Aber lass Dich so blind vor Liebe bitte nicht zu einer Straftat hinreißen, denn nichts anderes als eine Sachbeschädigung ist es, wenn man(n oder frau) Liebesschlösser an Brücken, Gittern und Denkmälern anbringt, Herzchen an Wände schmiert oder gar Namen in Mauern ritzt. Wer erwischt wird dem droht eine Anzeige.

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Ein Liebeschschloss mit Ausblick auf den Markusplatz – lass Dich dabei bloß nicht erwischen!

4. Schwimmen in den Kanälen von Venedig

Man mag es sich bei der trüben Brühe in den Kanälen von Venedig kaum vorstellen, aber soll tatsächlich Leute geben, die im Sommer darin schwimmen. Ob nüchtern oder nicht sei dahingestellt. Das ist nicht nur ekelhaft sondern auch extrem gefährlich, denn die Bootsführer im Kanal sehen den Kopf eines Schwimmers nur sehr schwer von ihrer Position ganz hinten am Ruder. Und der Propeller eines Motorbootes verursacht sehr schwere Verletzungen.

Außerdem sehen es die Venezianer als äußerst respektlos an, wenn man halbnackt durch ihre Straßen geht.

Willst Du baden, dann fahr einfach zum Lido, dem vorgelagerten Strand von Venedig.

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SUP (Stand Up Paddling) ist im Gegensatz zum Schwimmen
in den Kanälen von Venedig zumindest geduldet.

5. Sitzen und Pause machen auf den Brücken von Venedig

Den ganzen Tag auf den Beinen und zu Fuß durch Venedig unterwegs – das schlaucht! Eine kurze Pause, nur ein klein wenig sitzen, das wäre jetzt schön. Doch such Dir dafür bitte einen anderen Platz als die verlockenden Treppen an den zahlreichen Brücken der Stadt. Beim endlosen Andrang von Touristen und Bewohnern der Stadt ist es einfach nur hinderlich, wenn jemand meint seine Brotzeit genau dort machen zu müssen. Das behindert den reibungslosen Verkehrsfluss und nervt einfach nur. “NO PICNIC” steht an manchen Brücken schon als handgeschriebene Warnung.

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Auf der berühmten Rialto-Brücke achtet man peinlich genau darauf, dass keiner rumsitzt.

6. Mit dem Fahrrad, Scooter oder Skateboard durch Venedig fahren

Gesehen habe ich zwar niemanden, aber es soll durchaus vorkommen, dass man sich auf zwei oder mehr Rädern durch die Stadt der Fußgänger und Gondeln wagt. Doch es ist schlichtweg verboten, mit Fahrrad, Scooter, Roller, Skateboard oder Inlineskates durch die Gassen Venedigs zu fahren. Bei all den Brücken, Pflastersteinen und Touristen macht das auch nicht wirklich Spaß. Außerdem machen manche dieser Fortbewegungsmittel auch unnötigen Lärm. Vor einigen Jahren war es sogar einmal verboten mit Rollkoffern über die Kopfsteinpflaster zu fahren.

Für Rollstuhlfahrer stellen die vielen Stufen an den typisch venezianischen Brücken ein großes Problem dar, doch es gibt immer mehr Routen auf denen eine Tour möglich ist. Tipps und Erfahrungsberichte gibt es auf den beiden folgenden Webseiten:

http://meineadria.com/venedig-rollstuhl.1273.0.html

http://mit-rollstuhl-unterwegs.blogspot.de/2014/02/venedig-im-rollstuhl.html

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Mit dem Kinderwagen kann man natürlich durch die engen Gassen von Venedig fahren,
nur mit all den Stufen an den Brücken wird es schwierig.

7. Einen Cappuccino am Markusplatz trinken

Generell sind die Restaurants und Cafes mit Kellnern im schicken Frack in Venedig sehr teuer, doch am Markusplatz legt man mit den kleinen Orchestern noch einen oben drauf. Da kostet der Cappuccino samt Livemusik gleich mal 8 Euro aufwärts, ganz ohne Servicegebühr und Trinkgeld. Also spart Euch den Besuch im Cafe Florian lieber, die Musik ist auch so auf dem gesamten Platz zu hören.

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Cappuccino mit Livemusik am Markusplatz – ein unnötig teurer Spaß.

8. Den billigen Preisen vor den Restaurants glauben

Verlockend scheint es ja, wenn da Pizzapreise von unter zehn Euro stehen. Doch dazu kommen neben einem Getränk auch noch das sogenannte Coperto (Gedeck) ab 2,50 Euro pro Person aufwärts und eine Servicegebühr von 10 – 15 %. Dafür ist dann allerdings kein Trinkgeld nötig. Zusätzlich wird dann Geld mit Flaschenweinen statt dem in Italien üblichen günstigen offenen Hauswein verdient, oder die Flasche Wasser kostet gleich mal 7,50 Euro. Schaut also lieber zweimal auf die Speisekarte und das Kleingedruckte vor dem Restaurant, der Pizzeria, Trattoria, Osteria, Spaghetteria oder Bar. Letztere sind zwar fast immer die billigsten kochen aber oft nur mit der Mikrowelle. Winking smile

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Gutes Essen in der schönsten Stadt der Welt kann sehr teuer werden.

9. An der Haltestelle Ferrovia ins Traghetto steigen

Frisch mit dem Zug am Bahnhof Santa Lucia angekommen möchte man gerne schnell weiter mit einem der öffentlichen Wasserbusse und wird jäh in seiner ersten Begeisterung über Venedig ausgebremst. Lange Warteschlangen stehen vor den Anlegern, jedes Traghettho und Vaporetto ist randvoll mit Touristen, an einen Sitzplatz ist nicht zu denken.

Mein Tipp: Der Anleger am Piazzale Roma ist quasi gleich ums Eck. Auch bei späteren Ausflügen ist dieser wesentlich besser geeignet um die Touren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Venedig zu starten. Die Boote sind hier oft noch fast leer und die Schlangen wesentlich kürzer.

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Treffen der italienischen Schnellzüge am Bahnhof Santa Lucia in Venedig.

10. Sonntags nach Murano und Burano fahren

Versucht bloß nicht Sonntag Vormittag um zehn Uhr morgens gemütlich auf die vorgelagerten und wirklich sehenswerten Inseln Murano und Burano zu gelangen. Mit viel Glück ergattert Ihr bei Eurem romantischen Wochenende in Venedig neben all den anderen Wahnsinnigen an diesem Tag einen Stehplatz und steht dann bis zu einer Stunde auf einem schwankenden Traghetto eingepfercht wie in einer Sardinenbüchse.

Wochentage sind für einen Besuch der touristischen Highlights in und rund um Venedig wesentlich besser geeignet und am Besten steht man etwas früher auf. Belohnt wird man dann nicht nur mit einem fast leeren Wasserbus sondern auch mit einer ganz besonderen Atmosphäre bei Sonnenaufgang in Venedig.

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Die sonntägliche Warteschlange für die Fähre von Murano nach Burano… Sad smile

11. Den Schneckenturm ohne Google Maps auf dem Handy suchen

Vergesst es einfach im Labyrinth der Gassen und Gässchen von Venedig den durchaus hübschen Palazzo Contarini Minelli dal Bovolo zu ganz ohne Guide finden – schnappt Euch einfach das Smartphone und Google Maps oder klickt gleich den Link hier an:

https://www.google.de/maps/place/Scala+Contarini+del+Bovolo/@45.4348212,12.3323632,17z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x477eb1d09c4f4e7b:0xf565cf17325e3820!8m2!3d45.4348175!4d12.3345519

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Der berühmte Schneckenturm in Venedig.
Ohne Hilfe wirklich schwer zu finden, das kann ich Euch sagen!

12. Mit dem Gondoliere über den Preis verhandeln

Ganz einfach: Die Tarife stehen fest, bezahlt wird im Voraus und ab geht die romantische Fahrt durch die Kanäle von Venedig. Wer die Rialto-Brücke auf seiner Tour sehen möchte startet am Besten vom Anleger am Hard Rock Cafe Venedig, wer sich lieber unter der Seufzerbrücke küssen möchte startet am San Zaccaria Platz, gleich am Hotel Danieli.

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80 Euro kostet die halbe Stunde in der Gondel derzeit unter tags, 100 Euro nachts.

13. Mit Rucksack oder großem Gepäck in die Markuskirche gehen

Lange Warteschlangen gibt es fast immer vor einer schönsten und prächtigsten Kirchen die ich je gesehen habe. Wenn man dann nach einer halben Stunde oder mehr von den Türstehern zurückgewiesen wird kann das nur zwei Gründe haben:

1. Man ist nicht angemessen für den Kirchbesuch bekleidet.
(Schulterfrei, Minirock, Muscleshirt oder gar Oberkörper ganz frei geht nicht!)

2. Man hat zu viel Gepäck dabei.

Mal schnell noch auf dem Heimweg mit dem Rollkoffer in die Kirche geht nicht. Ebenso sind Rucksäcke nicht erlaubt. Diese müssen in einer Seitenstraße links vom Markusplatz (der Plan ist erst vor der Markuskirche ersichtlich) abgegeben werden. Dieser Service ist dafür kostenlos.

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Die beeindruckende Warteschlange vor der Markuskirche in Venedig als Panorama.

14. Den Sonnenuntergang in Venedig verpassen

Tut es einfach nicht! Wenn tagsüber die Sonne scheint dann wird auch der Sonnenuntergang am Abend toll. Am Schönsten ist er gegenüber vom Markusplatz auf der kleinen Insel San Giorgo oder Zitelle zu beobachten und zu fotografieren. Entlang der  Fondamenta San Giovanni gibt es einige Cafes, Bars und Restaurants die einen herrlichen Ausblick auf dieses alltägliche Spektakel bieten. Und solange es noch erlaubt ist sehr Ihr vielleicht so gar noch eines der großen Kreuzfahrtschiffe beim Verlassen von Venedig.

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Das Kreuzfahrtschiff Vision of the Seas verlässt bei Sonnenuntergang Venedig.

Viele weitere tolle Tipps was man in Venedig vermeiden sollte gibt es auf diesen Webseiten:

http://www.venedig-info.com/43532.html

http://www.travelbook.de/europa/dinge-die-man-bei-einer-reise-nach-venedig-vermeiden-sollte-549419.html.

Natürlich dürft auch Ihr meine lieben Leser gerne den ein oder anderen Tipp im Kommentar abgeben, damit dieser Blogbeitrag künftig eine kleine Hilfe für jeden neuen Besucher der schönsten Stadt der Welt wird. Smile

 

Disclaimer: Dieser Beitrag wurde in keiner Form gesponsert.