128. Ein Sonett aus 10 hoch 14

Nach Raymond Queneau : 100.000 Milliarden Gedichte

Deutsch von Ludwig Harig

Zusammengestellt am 9.11. im Seminar Experimentelle Literatur / Learning by doing

Die statistische Wahrscheinlichkeit daß jemand dieses Gedicht schon einmal gesehen hat ist verschwindend gering. Auch nicht der Autor (der ist tot) oder Übersetzer (der lebt!). Eine Weltpremiere!

 

Wenn sich der Eine um die Andere bemüht
Seitdem daß Lord Elgin die Nüstern ließ verdrecken
Die Toga die er trägt ist keineswegs splendid
Und alles kommt und zeigt dir schließlich das Verrecken

Erinnert Freunde euch an dieses Friesenried
Aus lauter Albernheit den Mann vom Land zu schrecken
Erfroren sind wir fast und nackt im Eisgebiet
Nicht jedem steht der Sinn nach dem verbalen Schrecken

Vom Ganges krächzt der Lord zum Malabarenstrand
Man salzt den Haifisch ein, man zündet Räucherbrand
Und Sokrates gilt noch im Tod als Stachelschwein

Ach Bruder ich versteh dein Quasseln manchesmal
Man transportiert den Schutt Gerümpel Piedestal
Sobald die Glocke schweigt mit ihren Bimmelein.



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