126. Mäklig

Rauris scheint ein kritisches Publikum zu haben:

Der chinesische Literaturprofessor Wang Jiaxin – eigens aus Peking eingeflogen – las seine nicht zuletzt von deutscher Poesie inspirierte “Welt-Lyrik” im chinesischen Original. Aber sein Publikum erreichte er auch in der deutschen Übersetzung von Autor und Chinakenner Wolfgang Kubin nicht. Ebenso wenig funktionierte die Lyrik des Slowenen Ales Steger und des Ukrainers Juri Andruchowytsch, deren Gedankenwelten vermutlich bloß in den sperrigen Deutschkenntnissen der Autoren steckenblieben*. Auch Patrick Roth mit seiner US-amerikanischen Wortbildershow wird wohl Wenige überzeugt haben, während die witzige, schlagfertige und pointierte Bachmann-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff mit ihrer Lesung aus dem Roman “Blumenberg” ihren Ruf als eine der stärksten Stilistinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur einmal mehr verfestigte. / Salzburger Nachrichten

*) Die sprechen Deutsch – aber ob sie sich selber übersetzen? Eher zweifelhaft.



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