12. Dez. 1863: Edvard Munch (*)

© Munch Museum / Munch-­‐Ellingsen Group / BONO, Oslo 2013 Photo: © Børre Høstland, National Museum Edvard Munch: Der Schrei (Fassung von 1893)

Er malte den Schrei: Edvard Munch. Dieses Bild, das der norwegische Künstler in drei Jahrzehnten und verschiedenen Variationen auf die Leinwand gebracht hat, erzählt seine Lebensgeschichte. Der Schrei zeigt grelle Farben und schwungvolle Wendungen, skandinavische Fjorde und abendliche Melancholie, panische Angst und tiefe Verzweiflung. Edvard Munch ist am 12. Dezember 1863 geboren - heute vor 150 Jahren. Die dunklen Seiten des Lebens lernt er früh kennen. Fünf Jahre ist er alt, als die Mutter stirbt. Wenig später verliert er auch noch seine geliebte Schwester. Das wird sein späteres künstlerisches Schaffen prägen. Der Vater, ein Mediziner, erkennt, was in seinem Jungen steckt und schickt ihn zum Zeichenunterricht - so wie übrigens auch Picasso von seinem Vater gefördert wird.

© Munch Museum / Munch-­‐Ellingsen Group / BONO, Oslo 2013 Photo: © Munch Museum Edvard Munch: Das kranke Kind

Ganz ähnlich wie der etwas jüngere Picasso nutzt Munch die akademische Ausbildung dazu, sich radikal von Allem abzuwenden, was die klassische Kunstwelt bislang gesehen hat. "Man sollte nicht mehr Innenräume malen mit Leuten, die lesen, und Frauen, die stricken", sagt sich Munch, "sondern lebendige Menschen, die atmen und fühlen, leiden und lieben." Das kranke Kind ist eines der ersten Bilder, in denen Munch dieses Prinzip kompromisslos ins Werk setzt. Wie der Schrei lässt ihn auch das kranke Kind (seine sterbende Schwester) nicht los - er malt es immer wieder, um den Tod zu verarbeiten.

Wie sehr Munch, der in seinen ausdrucksstarken Werken allmählich zum Meister des Expressionismus heranreift, Gefangener seiner eigenen Gefühle ist, zeigt sich in seinen Selbstporträts. Im Laufe seines Künstlerlebens haucht er ihnen immer wieder die schwankenden Stimmungen ein, in denen sie entstehen. Die Selbstportäts erlauben ungeschminkte Einblicke in die geschundene Seele eines melacholischen Künstlers. Denn Munch ist psychisch labil.  Er durchlebt euphorische wie depressive Phasen, die ihn nicht nur zum Alkohol verleiten, sondern auch psychologische Behandlungen erfordern.

Alle Lizenzen: © Munch Museum / Munch-­‐Ellingsen Group / BONO, Oslo 2013 Photo: © Munch Museum Collage von Selbstporträts

Das dürfte die Zeitgenossen des jungen Malers kaum verwundert haben. Denn die rabiate Zurschaustellung menschlicher Empfindungen, stößt die Fachwelt der Jahrhundertwende zuerst einmal ab. Wiederum kurz vor Picasso erfährt Munch bittere Niederlagen. So wie die Pariser Kunstszene den Spanier nach dessen ersten kubistischen Experimenten für verrückt erklärt, wendet man sich in Berlin von Munch ab. Eine Austellung wird geschlossen. Aber auch das Blatt wendet sich, der Skandal ist das Wetterleuchten einer großen Künstler-Karriere.     

Foto: Anders Beer Wilse, Lizenz: gemeinfrei Edvard Munch (1912)

Denn verbotene Bilder sind reizvoll. Als die Öffentlichkeit dann noch entdeckt, das hinter den schrägen Gemälden ein noch schrägerer Typ steckt, da ist der Durchbruch fast ein Selbstläufer. Irgendwann aber wird es selbst dem Fürsprecher der ausdrucksstarken Farben zu bunt. Munch zieht sich zusehends zurück, um in Ruhe zu malen. Seinem Ruhm hat das keinen Abbruch getan. Munchs Bilder sind bis heute gerne gesehen - und gerne geklaut: In den vergangenen zehn Jahren hatten es Kunstdiebe gleich mehrfach auf den ein oder anderen Munch abgesehen. Auch die Auktionshäuser rockt der Norweger bis heute. Einer seiner vier Schreie wurde erst jüngst für knappe 120 Millionen US-Dollar versteigert. Damit ist das teuerste Bild der Welt ist jetzt ein Munch - und kein Picasso mehr...

Edvard Munchs Biografie weiterzwitschern:

Ein Klick auf die Eule führt zu den Malern im Biografien-Blog Eulengezwitscher...

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