100 DVDs in 100 Wochen: Der große Diktator

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100 DVDs in 100 Wochen: Der große Diktator

Jetzt ist es tatsächlich soweit – das Feature 100 DVDs in 100 Wochen findet seinen Abschluss mit einem großartigen Film aus dem Jahr 1940: Der große Diktator von Charles Chaplin.

Mit ein bisschen Wehmut lege ich die letzte DVD in den Recorder und freue mich gleichzeitig über die Tatsache, dass ich nun endlich Der große Diktator sehe. Schon oft habe ich natürlich von dem Film gehört, die Abschlussrede, Charlie Chaplin in einer meisterlichen Doppelrolle. Und ich muss sagen, hier wurde wahrhaftig Filmgeschichte geschrieben.

Die Story ist, vor allem in Anbetracht auf das Jahr 1940, sehr mutig, wenn auch in den USA gedreht. Charlie Chaplin spielt einerseits den hysterischen und wahnsinnigen Diktator Adenoid Hynkel, ganz klar angelehnt an Adolf Hitler, andererseits schlüpft er in die Rolle des jüdischen Friseurs, der dem Diktator zum Verwechseln ähnlich sieht. Hynkel ist dabei die gesamte Welt unter seine Herrschaft zu bringen, einhergehend mit der Idee das gesamte jüdische Volk auslöschen zu wollen. Durch einen eigentlich dummen Zufall werden Hynkel und der jüdische Friseur verwechselt – Hynkel wird eingesperrt und der Friseur hält schließlich in dem gerade eben eingenommen Land eine flammende Rede mit klarem Plädoyer für die Menschlichkeit.

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Im Jahr 1939, als die Dreharbeiten zu Der große Diktator begannen, war in Europa schon Krieg. Charlie Chaplin selbst war unwissend über das Ausmaß und sagte selbst: „Hätte ich damals von den tatsächlichen Schrecken der deutschen Konzentrationslager gewusst, hätte ich The Great Dictator nicht machen können; ich hätte mich über den mörderischen Wahnsinn der Nazis nicht lustig machen können.“ Nichtsdestotrotz wurde der Film Chaplin’s größter Kassenerfolg, wenn auch er sich bei seinem ersten Tonfilm noch sehr an die neue Technik gewöhnen musste. Ich behaupte, genau diese Tatsache ist es, die den Film und seine Slapstick-Einlagen so großartig machen. Chaplin ist in seinem Element – Hynkel wirkt größenwahnsinnig und gleichzeitig unsicher sowie ausgesprochen ungeschickt.

In dem Kostüm des Diktators soll sich Chaplin aber tatsächlich nicht sonderlich wohl gefühlt haben. Die Rolle des jüdischen Friseurs meistert er auch mit Bravour – auch sämtliche Nebenrollen sind perfekt besetzt. Jack Oakie als Mussolini-Alter-Ego könnte nicht lächerlicher gespielt werden. Ich weiß auch ehrlich gesagt gar nicht, welche Szene mich am meisten lachend und gleichzeitig im Hinblick auf die tatsächlichen Ereignisse bestürzt zurückgelassen haben. Da ist einerseits Hynkel’s Tanz mit dem Globus, welche herrlich seine Gier nach Macht und Herrschaft symbolisiert. Auf der anderen Seite hat man das jüdische Volk im Ghetto, welches versucht so etwas wie einen Alltag neben den ständig auf und abmarschierenden Sturmtruppen zu meistern.

Liest man sich ein wenig in die Bedeutung der Sprache und Symbolik zum Film ein, so könnte man ganze Bücher damit füllen. Ich möchte es allerdings bei diesem kurzen Statement bleiben lassen, da ich finde, Der große Diktator sollte von jedem völlig frei von Hintergrundwissen und Kritiken angeschaut werden. Somit möchte ich gerne Truffaut zitieren: „Es ist ein bewundernswertes Dokument, ein seltenes Stück, ein wertvolles Objekt, das heute zu einem Kunstobjekt geworden ist.

Meine Empfehlung: Ganz oben auf die Liste setzen und anschauen! Es ist erstaunlich, welche Gültigkeit dieser Film auch noch in der heutigen Zeit hat – vor allem die Rede des Friseurs am Schluss sollte einigen Menschen ins Gedächtnis gerufen werden.


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Autor

Jeannine Riepl

Aufgabenbereich selbst definiert als: Background-Infosammlerin im Bereich Film und TV. Findet dass “Keine Feier ohne Geier” einer der witzigsten Sätze in der Geschichte des Disney-Films ist.


 
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