10 Jahre Tech – 10 Tops & Flops

Eine Dekade endet. Zehn Jahre mit spannenden technischen Entwicklungen, aber auch mit grandiosen Flops liegen hinter uns. Was uns besonders in Erinnerung geblieben ist.

Die 10 Tops

  1. 4G: Wo stünde die mobile Nutzung heute, wenn wir noch mit den Antwortzeiten einer UMTS-Verbindung unterwegs wären? Da Deutschland das Land der Funklöcher ist, werden wir desöfteren daran erinnert. Die LTE-Netze brachten den mobilen Datenfunk deutlich voran.
  2. Streamingdienste: Wie selbstverständlich ist es heute geworden, dass wir die spannenden Serien bei Netflix, Amazon Video oder Sky Ticket und nicht länger im linearen Fernsehen finden? Und wann haben wir uns zuletzt ein CD gekauft, wo wir doch mit Spotify und Apple Music alles haben können? Das Streaming hat das Mediennutzungsverhalten deutlich verändert.
  3. Apple Watch: Die Pebble Watch wurde als Nerd-Uhr belächelt, die Fitnessarmbänder waren nette Accessoires. Heute verdient Apple mit seiner digitalen Uhr, der Apple Watch, Millionen Euro. Junge Menschen tragen plötzlich wieder eine Uhr. Apple kann den Markt weitgehend ungestört dominieren.
  4. Instagram & Co: Facebook und Twitter gab es zwar schon früher. Doch soziale Netzwerke sind erst in diesem Jahrzehnt in den Alltagsgebrauch aller Generationen übergegangen. Heute ist bei den jungen Menschen TikTok der Hit und viele nutzen das Foto-Netzwerk Instagram. Doch egal wo: Eine Welt ohne soziale Netzwerke ist nach diesem Jahrzehnt nur noch schwer vorstellbar.
  5. USB-C: Der USB-Anschluss war eine der besten Idee der 1990-er-Jahre. Vorbei war das Kabel- und Anschlusschaos, in dem jeder meinte, das Rad neu erfinden zu müssen. Leider war USB irgendwann auch nicht mehr USB: Micro- und Mini-USB sowie verschiedene Generationen machen uns das Leben schwer. Hersteller wie Apple schufen eigene neue Anschlüsse. Zeit für eine neue Vereinigung: USB-C. Dieser Anschluss hat noch Potenzial.
  6. iPad: Wie viel Lebensqualität hat das Tablet auf die Couch in zahlreichen Haushalten gebracht? Der mobile Computer mit Touch-Bedienung hat sich seinen Platz spielend erobert, auch und obwohl die Smartphones immer größer wurden (“Phablets”). Den Markt dominiert auch nach knapp zehn Jahren Apple.
  7. Powerbanks: Der Wechselakku ist tot, es lebe der Ansteck-Akku. Das Bemerkenswerte am Erfolg der Powerbanks ist, dass sie sich an den Herstellern vorbei drängelten, die meinten, die eingebauten Akkus hätten zu genügen. Wie viele Powernutzer verdanken den Powerbanks, dass sie doch noch durch den Tag gekommen sind?
  8. Raspberry Pi: Früher kaufte man sich Gehäuse und Komponenten und baute sich einen Computer zusammen. Mit dem Raspberry Pi feiert der Bastler seine Wiederkehr. Als Lerncomputer eingeführt, hat der Pi heute eine riesige Fangemeinde, die weit darüber hinaus geht. Die ganze Maker-Szene hängt mit diesem Erfolg zusammen.
  9. Drohnen: Sie sind verhasst, aber die Drohne für jedermann hat uns einen Blick auf die Welt ermöglicht, den wir vorher kaum bis gar nicht hatten.
  10. Samsung Galaxy Phones: Die Smartphones der Galaxy-Reihe ließen uns für einen Moment vergessen, wie fragmentiert die Android-Welt ist. Samsung und Apple wollten einander übertrumpfen – das hat die Smartphone-Entwicklung positiv beeinflusst. Heute spielen zunehmend chinesische Hersteller eine Rolle.

Die 10 Flops

  1. Datenbrillen: Welches Technik-Gerät kann schon von sich behaupten, dass es Gesetze dafür gibt, ohne dass es je eine große Verbreitung fand. Die Google Glass verbreitete Angst und Schrecken, die Technik war aber überhaupt nicht ausgereift. Nach dem kurzen Gastspiel warten wir immer noch auf ein Wiedersehen. Bislang vergeblich.
  2. Falthandys: Der Wahnsinn, Bildschirme von Smartphones immer größer zu machen, stieß an Grenzen, nämlich die des Zumutbaren, wie groß so ein Gehäuse sein darf. Also falteten Samsung und HTC einfach ihre Geräte. Das Ergebnis kann man knicken. Nach verspäteten Starts sind die Foldables bislang nur was für Liebhaber. Wir sind gespannt, ob die 20-er-Jahre etwas daran ändern.
  3. Windows Phone: Microsoft ist mit seinem mobilen Betriebssystem endgültig auf die Nase gefallen. Gute Ansätze sind kein Garant für Erfolg. Auf seiner Kachel-Optik ist der Windows-Hersteller am Ende ausgerutscht.
  4. SMS-Nachfolger: Für die Lizenz zum Gelddrucken gab es für die Mobilfunk-Netzbetreiber keine Verlängerung. WhatsApp lief der SMS den Rang ab, das Buhlen um einen gemeinsamen neuen Standard mündete im Nirwana. Kurz und gut: Das Thema ist tot.
  5. Amazon Fire Phone: Nicht alles, was der Online-Handelsplatz  anfässt, wird zu Gold. Ähnlich wie Facebook war das eigene Smartphone ein Fall für die Retoure.
  6. Dash Buttons: Per Knopfdruck zur Nachbestellung – Amazon wollte mit den Dash Buttons überall im Haus kleine Funksender platzieren, um zum Beispiel Waschmittel auf dem kürzesten Weg anbieten zu können. Neben Datenschutzbedenken stellte sich auch die Frage, ob das nicht eine gewaltige Umweltsauerei ist. 
  7. 3D-Fernseher: Kein Elektronik-Markt-Prospekt, der nicht die Vorzüge des 3D-Fernsehens anpries. Heute sehen wir klarer. 3D war ein Hype.
  8. Google+:  Soziale Netzwerke kommen und gehen, doch mit Google hat sich ein ganz Großer versucht – und ist gescheitert. Das dahindümpelnde Netzwerk wurde mittlerweile abgeschaltet.
  9. VR-Brille: Die virtuelle Realität macht in jedem Jahrzehnt von sich reden. Jetzt haben wir die nötige mobile Technik und trotzdem ist es ein Reinfall. Mal schauen, ob der Augmented Reality ein ähnliches Schicksal blüht.
  10. Sprachassistenten: Alexa, Siri und der Google Assistant haben kein Reichweitenproblem. Sie verstehen uns aber einfach nicht zuverlässig. Die Sprachsteuerung hat immer noch den Charme eines Prototyps. Für eine Technologie, die angetreten ist, andere Eingabemethoden abzulösen, ist das zweifellos ein Reinfall gewesen. Wer weiß, was die nächste Dekade bringt.

Photo by Rachit Tank on Unsplash


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