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Ich bin drauf reingefallen. Auf den Osterhasen.

Obwohl, das stimmt so nicht. Der Osterhase wurde mißbraucht. Und das kam so…

Viele, viele Tage vor Ostern begann meine Familie  Telefonate mit mehr oder weniger dezenten Hinweisen auf den nahenden Sommer und die dafür notwendige Garderobe zu spicken. Und da ich ja eh immer arm wie eine Kirchenmaus sei (was natürlich nur daran liegt, dass ich unbedingt mein eigenes Ding durchziehen muß und nicht in meinen anständigen Beruf zurück gehen will, zu dem man mich in jungen Jahren ja zumindest noch nötigen  konnte zu dem man mir in jungen Jahren ja zumindest noch verhelfen konnte) wolle man mir das ein oder andere sommerliche Kleidungsstück spendieren .

Ich lehnte jedes Mal freundlich dankend ab, denn erstens reicht mein Verdienst  um nicht nackt auf die Straße zu müssen und zweitens ist der Preis für diese milden Kleidergaben meist eine Menge Seelenschmerz.

Doch die Familie wußte sich zu helfen und engagierte den Osterhasen für ihre Mission  – der brachte nämlich einen vorösterlichen *KarsamstagmitderSchwestershoppen* -Gutschein.

Leider war ich zu höflich, um diesen Geschenk zurückzugeben.

Also zogen meine Schwester und ich  Karsamstag früh los – Ulla P. sollte die erste Anlaufstelle sein. Ich mag die Kleidung von Ulla P. nicht – was aber niemanden interessierte, denn einem geschenkte Gaul hat man schließlich nicht ins Maul zu schauen.

Bei Ulla P.  wurde ich Richtung Umkleidekabine geschickt . Schwesterherz wollte etwas Schönes aussuchen – also wartete ich gespannt.

Kurze Zeit später wurde mir eine beige Hose in Größe 60 gereicht, begleitet von den Worten „Ich hoffe, die passt, denn größer gibt es die nicht“

Jo passte – also zumindest falls man Hosen jetzt nicht mehr auf den Hüften sondern lässig um die Füße drapiert trägt, denn genau dorthin verabschiedete sich das gute Stück, nachdem ich es geschlossen und losgelassen hatte. „Für dich findet man noch nicht einmal in Spezialgeschäften Kleidung“  Schwesterherz wurde maulig. Ich hängte schweigend die Hose zurück und verließ den Laden.

Und verpasste den Zeitpunkt diese demütigende Shoppingnummer zu beenden, so dass ich mich kurze Zeit später im nächsten Übergrößen-Geschäft wiederfand. Die Inhaberin des Ladens musterte mich kritisch und murmelte irgendwas von „muß man alles kaschieren“ um mich dann mit einem schwarzen Zweimannzelt in die Umkleidekabine zu schicken, in die sie mir 2 Minuten später noch ein knalloranges Dreimannzelt reichte, das in den 70ern sicher mal als Tagesdecke für ein Ehebett gedient hatte…. beides trage man übereinander , verriet sie mir und das sehe einfach toll aus…

Mein Spiegelbild sagte eher sowas wie  „Kauf dir noch ‘ne Glaskugel und bewirb dich beim nächsten Wanderzirkus“

So schnell es ging entledigte ich mich meiner Verkleidung  und drückte sie der Frau wieder in die Hand. „Gefällt Ihnen das etwa nicht? Was wollen Sie denn denn tragen? Mit Ihrer Figur???“  „Zumindest nichts aus diesem Geschäft  blöde Kuh!“

Mir war jetzt nach einer großen Tasse Milchcafe und ‘ner Runde heulen. Aber hey. ich sollte beschenkt werden, da ist in bischen Dankbarkeit und Demut gefragt und die eignen Befindlichkeiten müssen halt mal zurückgestellt werden.

Letztendlich fanden wir dann zwei Hosen und eine Bluse beim Kleiderschweden…Schwesterherz shoppte sich noch durch diverse Esprit  und Mexx Shops …und hielt mir Vorträge über das Abnehmen. Alles konträr zu den Tipps meiner Ernährungsberaterin – aber was weiß eine auf Ess-Störngen spezialisierte Oecotrophologin schon im Gegensatz zu einer wohlmeinenden Schwester, die sich überwiegend von Mc Donalds und Kinderschokolade ernährt…tz

Ich hatte diesen Samstag mit einem Blick in den Spiegel begonnen, mich angelächelt und gedacht „OK ein bischen dick, aber sonst ganz ok“ .

Am Abend diess Tages habe den Spiegel gemieden und mich wie der dickste und häßlichste Mensch der Welt gefühlt…

Was für ein Ostergeschenk.



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