01.06.12

Zurück aus der Videothek. (Läden, die an billigen Sex in Abstellkammern erinnern, oder das, was wir uns darunter vorstellen; man könnte es auch in einem Film gesehen haben, und baut es nun geschickt in den eigenen Kopf, packt es in eines der Regale, die weit oben liegen, vergessen, von Spinnweben umwickelt, eingepackt vom Staub der Jahre. Irgendwann wird es dann zur Wahrheit dessen, was man erlebt zu haben meint.) Billige Auslegware, von einem Teppich sollte man da nicht sprechen, schreiben noch weniger, grün oder blau: ich habe es tatsächlich bereits vergessen. Es riecht nach Schweiß, der an allem haftet, und wenn man lange genug bleibt, dann wird man bald auch wie ein toter Sportler stinken. Wir griffen uns rasch drei Filme ab, allemal besser, als etwas zu lesen. Die Mädchen und Jungen (die seltsamerweise wie Mädchen aussehen, sodass man sie alle kaum unterscheiden kann), die dort arbeiten, wirken wie Zombies, die aus einem Romero entsprungen sind. Lethargisch packen sie die DVDs in die Hüllen, murmeln wie Roboter: “Kratzer sind vermerkt.” Zugreifen. Raus da. Jetzt einen Kaffee, dann ein wenig am Roman arbeiten, später die Filme. Das Leben kann so wunderbar höllisch sein, man verhöllt sich unter einem Erdreich aus Leichen, Filmen, Wörtern. Und wenn man stirbt? Nichts. Das muss das Paradies sein.