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Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla Restaurant

Erstellt am 22. November 2011 von Reisefreunde
Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla RestaurantWir haben ja schon einiges über Supperclubs, bzw. Geheimrestaurants geschrieben . Also Restaurants, die keine offiziellen betrieb haben, sondern in privaterer Runde kochen. Leider finden sich diese leichter in Berlin als bei uns in Köln (hier unsere Berichte über Thyme Supperclub oder Travels with my fork). Anscheinend. Denn, wer hätte es gedacht, durch Zufall sind wir auf das Kouzima Marina gekommen,  dem wohl einzigen Geheimrestaurant in Köln. (Falls jemand noch ein anderes kennt, bitte melden!)

Vor wenigen Tagen waren wir endlich da! Das Kouzima Marina versteckt sich im Hinterhof einer Seitenstraße der Venloer Straße, in Köln-Ehrenfeld. Hier haben die Macher hinter Kouzima Marina eine alte Werkstatt gemietet, sie verschönert und eine provisorische aber ausreichende Küche eingebaut. Vorher tingelte das Kouzina Marina von Ort zu Ort und machte daher seinem Namenszusatz Guerilla Restaurant alle Ehre.

Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla RestaurantMan wird von einem knisternden Feuer im Hof und mit viel Herzlichkeit, strahlenden Gesichtern und köstlichem Wein & Ouzo aus Griechenland empfangen. links die Küche, in der bei unserem Besuch auf der griechische Vater des Gastgeber stand und Maronen schnippelte, über uns eine lustige Discokugel. Weiter hinten im Raum dann der lange Tisch, der mit weißen Decken, Blumen, festen Stoffservierten und schönen Weingläsern dekoriert war. Etwa 28 Personen finden hier Platz. An den Seiten des Raum unzählige Kerzen und Weinkartons (den herrlichen Wein und das traumhaft fruchtige Olivenöl kann man übrigens gleich vor Ort kaufen) -und an der Wand eine Diashow mit Fotos von vorherigen Dinner Abenden im Kouzina Marina.

Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla RestaurantAber kommen wir zu dem Wichtigstem, dem Essen: Als Meze gab es aromatische Kalamataoliven, original griechischen, wirklich leckeren Feta, sonnengetrocknete Tomaten,  geräucherten Hering mit Dill, von dem sich Jenke gern den ganzen Abend ernährt hätte, mittelscharfe Peperoni und ein sizilianisches Maisbrot und dazu feinstes kaltgepresstes Olivenöl aus Iraklio/Kreta von einer familienbetriebenen Bauernkooperative. Fast Bio sozusagen. Der Auftakt war also schon mal sehr gelungen! Als erstes Entree folgte "Melitzanosalata", eine Auberginencreme mit Anchovis und Kaviar - super lecker. Müssen noch mal per Mail nach dem Rezept fragen. 
Danach gab es "Salata fakes" einen perfekt angemachten orientalischen Linsensalat mit Äpfel und Backpflaumen, serviert im Schwarzwälder Schinkenkörbchen. Tolle Idee!

Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla RestaurantAls warme Vorspeise gab es im Anschluss "Soupa brokolo me trikalino loukaniko" dahinter verbirgt sich eine sämige Broccoli-Cremesuppe mit gebratener Trikala-Wurst. Zu Recht fragt ihr euch jetzt, was einen Trikala-Wurst ist - auch wir haben ausführlich gegrübelt. Hört sich sehr exotisch an. Ein bisschen nach Trikolore. Oder Tralala. Rechts und links wussten die Tischnachbarn leider auch nicht weiter. Immerhin wissen wir mittlerweile dank Gaumen und Google schon so viel: Trikala ist eine mittelgroße Stadt in Griechenland, die Wurst war rot, knackig und außergewöhnlich gut. Wenn es davon mehr in Trikala gibt, dann werden wir mal hinfahren. Es lohnt sich! Support your local greek (den Spruch gibt es übrigens auch auf einem der im Laden ausgehängten T-Shirts zu kaufen, sehr lustig!)

Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla RestaurantDie Zubereitung der Hauptspeise zog dann fast alle Männer vom Tisch weg - raus trotz mickriger Temperaturen in den Hinterhof, wo "tsipopura sta karbouna" kredenzt wurde. Ist ja auch toll, so ein Feuerchen. Warum sind Männer eigentlich so fasziniert vom Feuer? Ei Überbleibsel von früher??? Wie dem auch sei: im Hof wurden auf den Flammen viele in Bananenblatt gewickelte Doraden gegrillt, die sich dann mit Maronen-Mandelreis und Kichererbsenspinat auf dem Teller wieder fanden. Sehr üppig, das ganze, nicht zu schaffen - aber lecker! Die Dorade hatte ein feines Aroma und die Maronen im Reis haben uns echt inspiriert! Wird zu Hause so oder so ähnlich nachgekocht, in der Cucina Gigi.

Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla RestaurantDanach ging allerdings eigentlich gar nichts mehr. Wir waren dankbar um eine kleine Pause, tranken noch den ein oder anderen Schluck Wein und summten die schöne Musik mit. Auch wenn plötzlich Udo mit "griechischer Wein" aus dem Lautsprechern knödelte. Doch dann kam schon wieder Bewegung aus der Küche. TATATA! In kleinen Gläsern wurde die Nachspeise auf die Tische gebracht. Wenn sie allerdings nicht so unverschämt gut ausgesehen hätte, hätten wir sie mit Sicherheit nicht probiert. Und wen sie nicht so gut geschmeckt hätte, dann hätten wir sie auch nicht aufgegessen, denn eigentlich war keine Platz mehr - aber wer kann zu  Mousse au Chocolat mit Tentoura Liqueur, Krokant und Heidelbeeren schon nein sagen? Jenke hat sich sogar erbarmt, ein zweites Gläschen zu essen. Der Held!

Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla RestaurantUm im Magen ein bisschen aufzuräumen gab es dann noch ein wirklich bemerkenswertes Tröpfen. Nämlich den Digestif  "Tsipouro mit Anti-Atom-Kaffee", wobei ersterer schon auf den ersten Blick gewann. Denn die Flasche war mit Klebeband umwickelt, auf der mit krakeliger Schrift in griechischen Lettern (übersetzt) folgendes stand: feiner selbstgebrannter Trester-Schnaps,  ??? % vol. aus Kalibrisi, Drama. Und dazu gab es süßen griechischen Mokka - statt auf einem E-Herd eben auf kleiner Gasflamme gekocht. Wenn das nicht nachhaltig ist! Blind sind wir davon übrigens nicht geworden! Die Weine kamen allesamt vom Weingut Pavlidis (ebenfalls Drama) und waren die perfekte Begleitung.

Wem diese Aufzählung herrlichster Speisen und Getränke noch nicht vermittelt hat, wie wir das Kouzima Marina fanden, dem sei es hier noch mal zusammengefasst: SUPER. Wir kommen wieder!

PS: Ihr habt auch Lust bekommen? Einfach dem Link folgen, schauen, wann es noch Plätze gibt und anmelden!


PPS: Der oben genante Travels with my fork ist mittlerweile nach Barcelona weitergezogen!Wow wow wow... Ein Besuch in Kölns einzigem Guerilla Restaurant
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