Wie man durch E-Commerce Consulting potentielle Kunden vergrault und dann selbst der Verlierer ist

Wie man durch E-Commerce Consulting potentielle Kunden vergrault und dann selbst der Verlierer ist
Liebe Leserin, lieber Leser,
es war einmal vor langer langer Zeit, da trug sich folgendes zu: Ein schon fast zehn Jahre erfolgreich am Markt agierender E-Commerce Betreiber suchte rein gar nichts, als ein E-Commerce Consulting, mit dem die doch etwas in die Jahre gekommene Software auf den neuesten Stand gebracht werden sollte. Also dachte sich der liebe E-Commerce Betreiber fragst Du doch mal bei dem Hersteller an, dessen Software Du seit vielen vielen Jahren nutzt. Dort meldete sich auch gleich eine junge dynamische Dame nicht deutscher Herkunft und tat kund, man solle nur mal eben schnell seine Anforderungen senden, um sich dann sofort zurück zu melden. Darauf wartet der arme E-Commerce Betreiber noch heute. So wird er nie erfahren, ob besagte Dame schlicht weg kein Deutsch verstand oder ob sie ob übermittelter Forderungen vor Begeisterung sprachlos war und sich deshalb nicht meldete.
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Also dachte sich der E-Commerce Betreiber schaust Du auf der Homepage des Anbieters und suchst Dir einen vom Hersteller autorisierten Partner heraus. Dieser reagierte auch prompt in Form einer eigens einberufenen Telefonkonferenz an der Seiten des vom Hersteller autorisierten Partners gleich zwei junge engagierte Damen teilnahmen, die übrigens perfekt Deutsch sprachen. Ergo fühlte sich der arme E-Commerce Betreiber im doch schon etwas reiferen Alter gut aufgehoben und sah frohen Mutes dem Angebot entgegen, was die beiden Damen versprachen flugs zu übermitteln. Dies taten sie dann auch und nun war es unser E-Commerce Betreiber, der sprachlos war und dies noch heute ist, wenn er dieses Angebot liest und damit in Medias Res.
Als erstes stösst ihm noch heute sauer auf, wieso er für eine Projektübernahme einen Workshop von sage und schreibe 4,5 Manntagen bezahlen sollte, plus Spesen versteht sich. Obendrauf kamen dann Tatsache fünf ganze Manntage für eine Anforderungsdefinition. Komisch nur, dass ja diese übermittelt wurde. Wozu dann also 5 MT? Der Hammer war dann aber, dass allein für die Einführung der russischen Sprache zwei Manntage angesetzt wurden und für die Auflösung einer URL, sprich deren Kündigung, noch einmal 2,5 MT. Macht summa summarum einen definitiv überzogenen Aufwand von 4,5 MT dem ein realer Aufwand von vielleicht zwei bis drei Arbeitsstunden gegenüber steht. Für besagte Software ist nämlich ein Russischmodul am Markt verfügbar. Das installieren desselben dauert keine 15 Minuten, vielleicht 30 Minuten. Dann ist sowieso der Dolmetscher an der Reihe und keine Consultants. Das Kündigen einer URL dauert ebenfalls nur kurze Zeit: Kündigungsschreiben aufsetzen, zur Post bringen, fertig! So läpperte sich ein Manntag zum nächsten und als der arme E-Commerce Betreiber dann gleich mehrfach mit der jungen Dame sprach, da stellte sich heraus, dass das beileibe noch nicht alles war. Die eigentliche Installation käme dann erst noch, kostenpflichtig, versteht sich.
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Neben dem Faktor Kosten, der hier überhaupt nicht mehr klar, spielte der Faktor Zeit eine enorme Rolle. Wenn nämlich ein E-Commerce Betreiber X im Jahresendgeschäft 2016 feststellt, dass seine Software eines Review bedarf, dann will er dies natürlich in der Umsatz armen ersten Jahreshälfte so über die Bühne haben, dass spätestens mit Beginn des zweiten Halbjahres alles so im Lot ist, dass das nächste Jahresendgeschäft beginnen kann. Dass so ein Review samt Umstellung Geld kostet und dass dies durchaus auch einige tausend und von mir aus auch gern zehntausend Euro sein können, dass ist jedem klar, der schon einmal im E-Commerce Staub gewischt hat. Wer aber als E-Commerce Consulting Unternehmen so den potentielle Kunden veräppelt wie hier geschehen, der braucht sich nicht zu wundern, dass der Kunde nach Alternativen Ausschau hielt. Wenn nämlich nach einer regelrechten Arie an Workshops von knapp 20 Manntagen erst klar ist, was wann wie installiert werden könnte, die Betonung liegt auf dem Konjunktiv, dann kann man sich sehr leicht vorstellen, zu welchem Jahresendgeschäft dann diese Umstellung live gegangen wäre.
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So tat der arme E-Commerce Betreiber dieses: Gemeinsam mit Mitstreitern des Kalmar Science Park suchte er nach Alternativen in Schweden. Dort wurde er gleich mehrfach derart fündig, dass gleich drei Anbieter die Garantie abgaben, dass spätestens zum 31.03.2017 der berühmte Käs gegessen ist und die E-Commerce Lösung auf einer zeitgerechten Software läuft. Anstelle unendlich viele Consulting Manntage anzubieten, boten sie sofort unaufgefordert einen kostenfreien Test von mindestens 30 Tagen an. Wenn man dann einen Auftrag schickt ist darin auch der Umzug zu ggf. neuer Software selbstredend im Preis inbegriffen. Das freute den doch schon etwas traurig drein blickenden alten Mann. Dankbar nahm er die Testmöglichkeiten an und noch vor dem Weihnachtstag konnte er einem der drei Anbieter ein kleines Weihnachtsgeschenk überreichen. Dieser revanchierte sich derart, dass er schon am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages 2016 die Zugangsdaten übermittelte. Gemeinsam werkelten sie dann im Januar und Februar und dann war es vollbracht! Binnen keiner zwei Monate war die neue Lösung auf einer vollkommen neuen Software soweit fix und fertig installiert, dass Gimmicks der Art gewichtsabhängige Versandkosten, Versandkosten nach Gebieten und natürlich eine Klarna Checkout wie Kreditkartenanbindung tadellos funktionierten. Die nächsten Tage arbeitet nun der Softwarepartner am Design und dann ruft schon das nächste Projekt, welches der nun wieder freudig drein blickende alte Mann mit besagtem Partner heute verabredete.
Wie man durch E-Commerce Consulting potentielle Kunden vergrault und dann selbst der Verlierer ist
Drum prüfe im E-Commerce wirklich, wer sich ewig bindet. Mit E-Commerce Consulting sind heute sehr sehr schnell einige tausend Euro in den Sand gesetzt. Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten, dann steht Ihnen das Team des Handelshus Flygel & Partner - Ihrem Spezialisten rundum traditionelle nordeuropäische Produkte jederzeit zur Verfügung. Der Autor dieses Post realisierte im Juni 1986 sein erstes IT Projekt.

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