Wenn deine Katze rollig ist – 10 Fragen über die Rolligkeit bei Katzen für dich beantwortet

Wenn deine Katze rollig ist – 10 Fragen über die Rolligkeit bei Katzen für dich beantwortet

Wenn deine Katze deutlich unruhiger wird und sie sich verstärkt über den Boden robbt, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass sie rollig ist.

Rolligkeit tritt nur bei Katzen und nicht bei Katern auf. In dieser Zeit sind Katzen paarungsbereit und suchen einen Geschlechtspartner.

Hast du ein kleines weibliches Kitten, dann musst du dich darauf einstellen, dass auch deine Katze bald zum ersten Mal rollig sein wird. Mit diesem Artikel werden die wichtigsten Fragen rund um die Rolligkeit von Katzen beantwortet.

1. Warum werden Katzen rollig?

Die Rolligkeit, auch Raunze genannt, gehört zum Sexualzyklus einer Katze dazu. In dieser Zeit werden vermehrt Sexualhormone wie Östrogene gebildet.

Rollige Katzen signalisieren durch ihr Verhalten den Katern, dass sie paarungsbereit sind.

Diese Signale betreffen nicht nur Kater in der näheren Umgebung, sondern selbst über Kilometer hinweg können Sexualpartner eine rollige Katze riechen und werden von ihrem Geruch angelockt.

2. Wie erkannt man Rolligkeit bei Katzen?

Wenn deine Katze rollig ist, wirst du sie kaum wieder erkennen. Sie wird ein absolut ungewöhnliches Verhalten an den Tag legen und dir damit gehörig auf die Nerven gehen. Je nach Katze können die Verhaltensweisen sehr unterschiedlich ausfallen.

Folgendes Verhalten wird bei rolligen Katzen häufig beobachtet:
  • Mehrmaliges Rollen und Wälzen über den Boden
  • Die Katze duckt die Brust gegen den Boden und hebt den Po in die Luft
  • Vermehrtes Kratzen
  • Lautstarkes Miauen oder gurrende Geräusche
  • Markieren durch Kopfreiben an Gegenständen
  • Markieren durch Urin
  • Auffallend unruhiges Verhalten
  • Geringer Appetit
  • Zur Seite geknickter Katzenschwanz
  • Vermehrter Drang nach Draußen

Welche Verhaltensweisen auftreten und wie ausgeprägt diese sind, kann nicht nur von Katze zu Katze sehr unterschiedlich sein, sondern hängt auch von der Phase der Raunze ab. Manche Katzen sind zu Beginn sehr verschmust und lassen sich nur noch ungern streicheln.

3. Ab welchem Alter können Katzen rollig werden?

Mit dem Eintritt in die Geschlechtsreife werden Katzen rollig. Der Zeitpunkt markiert somit den Eintritt in die Pubertät.

Diese tritt bei Katzen häufig im Alter von fünf bis zwölf Monaten ein. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede. Wann deine Katze zum ersten mal rollig wird, hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:

  • Gewicht: Erst wenn eine Katze schwer genug ist, wird sie rollig werden. Dabei müssen etwa 80 Prozent des letztendlichen Körpergewichtes erlangt werden. Dieses ist natürlich von Rasse zu Rasse unterschiedlich.
  • Rasse: Die Rasse kann einen erheblichen Einfluss auf den Zeitpunkt der Geschlechtsreife haben. Während einige Katzenrassen, beispielsweise Siamkatzen, Abessinier und die Heilige Birma, als eher frühreif gelten, sind viele Langhaarkatzen häufig erst sehr spät geschlechtsreif. Bei Langhaarkatzen tritt die Geschlechtsreife oft erst mit etwa einem Jahr ein.
  • Tageslichtlänge: Selbst wenn alle Faktoren zutreffen, kann die Tageslichtlänge den Zeitpunkt der ersten Rolligkeit beeinflussen. Dazu muss es in der Regel mindestens zwölf Stunden am Tag hell sein. Bei Wohnungskatzen kann allerdings auch die künstliche Beleuchtung den Zeitpunkt beeinflussen.

4. Wie oft tritt die Rolligkeit auf?

Wie oft die eine Katze rollig wird, hängt davon ab, ob es sich um eine Freigänger- oder Wohnungskatze handelt.

Das hat damit zu tun, dass das Tageslicht einen erheblichen Einfluss auf den Hormonhaushalt von Katzen nimmt. Sobald es am Tag für mindestens zwölf Stunden hell ist, beginnt bei Freigängern in der Regel die Raunze.

Eine Ruhephase tritt zumeist von Oktober bis Dezember auf. Die Phase der Rolligkeit dauert fünf bis zehn Tage. Viele Freigänger werden im Jahr etwa zwei bis vier Mal rollig.

Erfolgt jedoch keine Deckung, dann tritt nach zumeist zwei bis drei Wochen eine erneute Phase auf. Aus diesem Grund und aufgrund des fehlenden Einflusses des Tageslichtes leiden Wohnungskatzen vermehrt dazu, sehr häufig rollig zu werden.

Eine Deckung findet nicht statt und aufgrund des künstlichen Lichtes kommt es zudem zu keiner Ruhephase.

5. Ist eine Kastration ratsam?

Soll deine Katze keinen Nachwuchs zeugen, dann zählt die Kastration zu den sichersten Methoden. Diese Art der Fortpflanzungskontrolle sorgt durch eine Entfernung der Eierstöcke dafür, dass die Katze nicht mehr trächtig werden kann.

Und das Thema Fortpflanzungskontrolle ist gerade bei Katzen besonders wichtig. Eine nicht kastrierte Katze mit Freigang wir garantiert 2 mal pro Jahr Junge bekommen - durchschnittlich 5-6 an der Zahl...

Die Kitten sind dann mit 5-12 Monaten wiederum selbst geschlechtsreif und vermehren sich - so kommen nach nur wenigen Jahren gigantische Zahlen an Katzen zusammen!

Die Tierheime quellen eh schon über - du siehst, das Thema Geburtenkontrolle geht zum Wohl der Tiere jeden Katzenhalter an!

Außerdem stoppt das Kastrieren die Phasen der Rolligkeit, deine Katze wird also nicht mehr regelmäßig durchdrehen. Sie hat weniger Stress, und wird länger gesund leben können.

Deshalb ist die Kastration sowohl bei Freigängern als auch bei Wohnungskatzen angebracht.

6. Gibt es Alternativen zur Kastration?

Eine Sterilisation stellt in Bezug auf die Rolligkeit keine Alternative zur Kastration dar, denn bei der Sterilisation werden die Eierstöcke nicht entfernt. Es erfolgt lediglich eine Durchtrennung der Eileiter.

Dadurch kann der natürliche Sexualzyklus weiterhin stattfinden. Eine Sterilisation verhindert somit, dass deine Katze trächtig wird, aber beeinflusst nicht die Raunze. In meinen Augen ist eine Sterilisation deshalb keine vernünftige Option.

Ist keine Kastration möglich, kann auch eine Hormonbehandlung erfolgen. Allerdings können ernstzunehmende Nebenwirkungen auftreten. Eine Behandlung mit Hormonen erfolgt deshalb häufig nur, wenn eine Kastration aus gesundheitlichen oder anderen Gründen ausgeschlossen werden muss.

7. Kann die Rolligkeit negative gesundheitliche Folgen haben?

Rolligkeit ist für die Katze zunächst ein ganz natürlicher Zustand, auch wenn dieser eine hohe gesundheitliche Belastung darstellt.

Darüber hinaus können durch die Raunze aber auch ernstzunehmende gesundheitliche Probleme auftreten:

Das kann insbesondere bei reinen Wohnungskatzen der Fall sein, denn sie neigen dazu, häufiger unter Dauerrolligkeit zu leiden als Freigänger. Dauerrolligkeit wird ausgelöst, wenn mit jeder Phase keine Deckung durch einen Kater erfolgt.

Zugleich sorgt der Einfluss des künstlichen Lichtes im Wohnraum dafür, dass die sonst üblichen Ruhephasen während der dunkleren Jahreszeit ausfallen.

Dadurch werden die Abstände zwischen den einzelnen Phasen immer kürzer und können in einer Dauerrolligkeit münden. Dies stellt eine erhebliche Belastung für das Tier dar und sollte tierärztlich behandelt werden.

Durch die hormonellen Veränderungen einer Dauerrolligkeit können Krankheiten wie Gebärmutterentzündungen, Tumore an der Gebärmutter oder den Eierstöcken entstehen. Unbehandelt können diese Folgen tödlich verlaufen.

8. Wie kann man rollige Katzen beruhigen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine rollige Katze zu beruhigen. Nicht jede rollige Katze reagiert gleich auf die Beruhigungsversuche. Letztendlich heißt es dann ausprobieren und verstärkt auf das Tier eingehen.

  • Isolation von Katern: Wenn Kater in der Nähe sind, wird eine rollige Katze unruhiger. Verschließe in dieser Zeit am besten die Türen, Fenster sowie die Katzenklappe und sorge so dafür, dass der Vierbeiner nicht raus kann. Das sorgt nicht nur dafür, dass die Katze ruhiger wird, sondern auch nicht trächtig werden kann. Bei der Absperrung der Katzenklappe solltest du darauf achten, sie in beide Richtungen zu blockieren, denn ein Kater könnte versuchen, durch diese hindurch zu deiner Katze zu gelangen.
  • Ein warmes Plätzchen: Manche Katzen lassen sich gut durch Wärme beruhigen, beispielsweise durch ein Wärmekissen an ihrem Lieblingsplatz.
  • Markierungen sofort beseitigen: Einige Katzen neigen dazu, Duftmarken zu setzen. Diese gilt es möglichst schnell zu entfernen, damit sie nicht weiter markiert. Der Uringeruch muss dazu vollständig verschwinden. Dies ist besonders gut mit enzymatischen Reinigern möglich.
  • Ablenkung: Spiele viel mit deiner Katze und sorge so dafür, dass sie sich zumindest eine Zeit lang ablenken kann.

9. Gibt es pflanzliche Mittel zur Beruhigung meiner Katze bei Rolligkeit?

Es gibt verschiedene pflanzliche Mittel, welche bei liebestollen Katzen beruhigend wirken können:

  • Katzenminze: Manche Katzen wirken beruhigend auf den Geruch von Katzenminze. Allerdings nicht alle. So manche Katze treibt der Duft dazu an, noch mehr Energie freizusetzen. Am besten testest du die Wirkungsweise aus, wenn sie gerade nicht rollig ist.
  • Katzenpheromone: Es gibt Präparate mit Katzenpheromonen, welche sich auf einige Katzen entspannend und beruhigend auswirken. Allerdings setzt der Effekt in der Regel erst nach einigen Wochen ein, wodurch es einer längeren Verwendung bedarf.

In allen Fällen ist es wichtig darauf zu achten, nur Mittel zu verwenden, welche für Katzen geeignet sind. Mittel für den Menschen sind häufig deutlich höher dosiert und können deinem Tier schaden.

10. Ab wann bei Rolligkeit der Katze zum Tierarzt?

Zwar ist Rolligkeit und das veränderte Verhalten der Katzen in dieser Zeit ein natürlicher Vorgang. Dies sollte jedoch nicht dazu führen, dass du bei Alarmsignalen wie beispielsweise Krankheitsanzeichen oder starker Abmagerung nicht den Tierarzt aufsuchst.

Es können, wie bereits zuvor erwähnt, auch ernstzunehmende Krankheiten ausgelöst werden wenn deine Katze rollig ist. Ein weiterer Grund, sofort den Tierarzt aufzusuchen, ist, wenn deine Katze blutet.

Anders als bei Menschen, entstehen bei einer Katze keine Menstruationsblutungen. Der Tierarzt kann dich zudem in allen Fragen rund um die Rolligkeit von Katzen beraten und damit individuell auf deine Katzen eingehen.

Zudem solltest du dich so früh wie möglich bei deinem Tierarzt über die Kastration informieren. Zu eben dieser Kastration würde ich dir auch dringend raten:

Nicht nur, dass das deiner Katze und dir erheblichen Stress erspart - nur durch Kastration kannst du eine unkontrollierte Katzenvermehrung verhindern und gefährlichen Erkrankungen Vorbeugen!

Beitragsbild (ganz oben): Faroe / Shutterstock.com

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