Nachvollziehbar, wenn dann manch Landsmann die Pferde durchgehen und sich dieser schon als etablierter Deutscher in Skandinavien wähnt, um hier mal so richtig auf die Pauke hauen zu können. Nur dumm, wenn sich dann diese Pauke als sehr hart gespannt erweist und der Paukenschläger zurück federt.
Dieses Sinnbild fiel uns spontan ein, als wir gestern einem in Schweden lebenden deutschen Landsmann ob seiner Ansichten über Land und Leute lauschten. Er war allen ernstes der Meinung, man müsse die Schweden nur richtig umkrempeln, damit sie endlich erkennen, was sie an uns Deutschen haben. Mit dieser Meinung ist er aber nicht allein. Die sich in den letzten Jahren mehr und mehr verbreitende deutsche Krankheit alles und jedes auf Teufel komm raus erst einmal kritisieren zu müssen, unter dieser leiden eben auch viele deutsche Auswanderer.
Auch viele unserer Lieferanten leiden unter deutscher Kritikwut. Natürlich kann man alles immer besser machen. So staunten wir nicht schlecht, als uns letzten Montag einer unserer skandinavischen Manufakturen sein Herz darüber ausschüttete, wie manch unserer Wettbewerber mit ihm beim Einkauf seiner Waren umgehen.
Wer so vor allem als Existenzgründer in einem anderen Land anfängt, der braucht sich nicht zu wundern, dass er keinen Blumentopf gewinnt und allenortes auf Ablehnung stösst. Stellen Sie sich doch mal vor, in Ihre Wohnung kommt jemand und fängt an diese umzuräumen. Wie würden Sie denn reagieren.
Schon vor über hundert Jahren zu Kaiser Wilhelm II. Zeiten gab es den Spruch: Jeder Mensch ist anders albern bzw. Jedem Tierchen sein Pläsirchen.
Also liebe deutsche Auswanderer, lasst die Skandinavier in Ruhe, wenn ihr nach Skandinavien kommt. Diese müssen überhaupt nichts tun. Es ist nämlich ihr Land und wir sind die Gäste.
Wer hier also in Skandinavien etwas reißen möchte, der ist gut beraten, sich die Gepflogenheiten des Gastlandes zu übernehmen. Dann klappt es nämlich auch mit dem Nachbarn, wie wir aus eigenem Erleben bestätigen können.







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