Und ich dachte, ich will ein Mädchen

Und ich dachte, ich will ein Mädchen

Eigentlich träumte ich schon immer davon, dass ich irgendwann ein Kind bekomme. Um es zu präzisieren: ich träumte davon ein Mädchen zu bekommen. In der Schwangerschaft war ich ziemlich überzeugt davon, dass es ein Mädchen werden würde. Etwas anderes kam irgendwie gar nicht in Frage.

„Es wird ein Junge!"

Als der Frauenarzt dann zur Mitte der Schwangerschaft fragte, ob wir das Geschlecht wissen wollen, war mir eigentlich klar, was er sagen würde. Als dann jedoch das Wort „Junge" fiel, war ich ziemlich geschockt. Gar nicht so sehr, weil ich keinen Jungen wollte, sondern weil es in meinem Kopf immer ein Mädchen war.

Um ehrlich zu sein, dachte ein Teil von mir bis zur Geburt, dass die Ärzte sich vielleicht irren würden. Einfach, weil es sich so nach Mädchen anfühlte. Weil ich es fühlte.

Babys haben kein Geschlecht

Als dann bei der Geburt unser Babyjunge auf meinen Bauch gelegt wurde, war gar kein Platz für Gedanken an das Geschlecht. Das war mein Baby. MEIN BABY! Ich habe ja schon darüber geschrieben, dass diese unbeschreibliche, unendliche Liebe bei uns ein bisschen auf sich warten ließ. Aber mein Babyjunge war das wertvollste auf der Welt für mich.

Ständig hatte ich Angst um ihn. Einfach, weil ich wusste (und weiß) dass der Verlust dieses kleinen Menschleins für mich unverkraftbar wäre. Das Geschlecht war lange gar kein Thema mehr. Wir haben sowohl blaue als auch rosa Kleidung für ihn, weil wir viel gebraucht gekauft haben und eigentlich sind doch alle Babys geschlechtslos. Abgesehen von dem, was unter der Windel ist.

Ich selbst denke zwar manchmal, dass unser kleiner Kerl schon ganz nach einem solchen aussieht. Doch Bekannte und Unbekannte fragen regelmäßig, ob es ein Junge oder Mädchen sei.

Was ich mir für meinen Jungen wünsche

Und dann auf einmal, ohne Vorankündigung, saß ich heute mit unserem Babyjungen auf dem Sofa und plötzlich freute ich mich so wahnsinnig darüber, dass er ein Junge ist. Ich dachte an meinen Bruder, der so ein toller Mann geworden ist. An meinen eigenen Mann, der einfach perfekt ist (natürlich!). Und freute mich, dass wir dazu beitragen können, dass die Welt um einen tollen Mann reicher wird.

Um einen Mann, der Frauen respektiert. Einen Mann, der liebevoll, hilfsbereit und empathisch ist. Für den Gleichberechtigung nicht nur eine leere Worthülle ist. Der von seinem Vater gelernt hat, dass beide für den Haushalt und die Erziehung der Kinder zuständig sind. Einen Mann, der die Welt von Morgen zu einer besseren machen kann.

Vielleicht wollte ich immer ein Mädchen haben, weil ich immer wusste, was ich einem Mädchen mit auf den Weg geben würde. Heute weiß ich, dass unsere Welt eine neue Generation Männer ebenso nötig hat. Ich freue mich darauf, meinen Teil dazu beizutragen.

Und bis es soweit ist und unser Junge ein Mann geworden ist, freue ich mich auf ferngesteuerte Autos und Wildwasserbahnen für den Garten (kennst du diese blaue aus Plastik?). Das wollte ich selber nämlich immer als Kind haben. Und falls er doch Gefallen an Puppen und Kleidern findet: davon habe ich eh genug und mein eigenen Bruder musste früher mit meiner Schwester und mir auch immer Prinzessin spielen.

Und beim nächsten Kind?

Sollten wir noch ein Kind bekommen (was momentan noch gar nicht so ganz wirklich feststeht), dann kann ich mittlerweile tatsächlich sagen, dass mir das Geschlecht egal ist. Ein Junge ist toll! Dann wachsen sie gemeinsam auf und werden vielleicht die besten Freunde. Ein Mädchen wäre genauso toll! Mein Bruder hatte auch nur uns Mädchen und es hat wunderbar geklappt 🙂

Die klassische Vorstellung sieht wohl vor, dass ich mir nun erst recht ein Mädchen wünsche. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich unseren kleinen super-süßen Babyjungen verdoppeln könnte, dann ist das schon sehr verlockend. Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf alles, was da kommt.


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