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Superman gesucht – Wie wichtig sind Idole für uns?

Erstellt am 2. Juli 2012 von Gentlemanblog

Superman gesucht – Wie wichtig sind Idole für uns?

Darf man in unserer Zeit noch Idole haben, oder ist dies ein Zeichen von Schwäche? Können Vorbilder uns einen verlässlichen Leitfaden für unser Leben geben? Der Gentleman-Blog begibt sich auf Spurensuche jenseits von Batman, Superman und Co.

Menschen als Götter

Das Wort Idol leitet sich vom lateinischen idolum ab, dass mit dem Wort Abgott, also dem Abbild eines Gottes, übersetzt werden kann. Vorbilder oder Idole werden von uns aufgrund ihres nachahmenswerten Verhaltens oder ihrer beispielhaften Lebensweise verehrt. Wir versuchen deshalb, diese spezielle Person, die uns so sehr gefällt, in ihrem Verhalten nachzuahmen, ihr nachzueifern und erheben diese somit gleichsam zum Modell für unserer eigenes Leben.

Der homo sapiens braucht Idole

Idole zu haben, liegt tief in der Natur unserer Spezies, kommen wir doch völlig nackt, hilflos und ohne jedes Wissen auf diese Welt. Auch wenn wir später unglaublich stolz auf unseren Charakter sind, sind wir doch ein Ergebnis unserer Umgebung. Wir schnappen Dinge von anderen auf und übernehmen es als unser eigenes. Die Menge unserer eigenständigen Gedanken und unseres selbst erarbeiteten Wissens ist oft beschämend gering. Das Verhalten, Andere nachzuahmen, stellt schlicht eine Überlebensstrategie zu Beginn unseres Lebens dar. Auch als Kinder und Jugendliche suchen wir uns Vorbilder, die uns beim Heranwachsen durch ihre Leistungen oder Taten inspirieren. Wir können diese Idole in reale und mediale unterscheiden. Zu den realen Idolen zählen Personen, mit denen wir in regelmäßigem Dialog stehen, wie unsere Eltern, Geschwister, Verwandte, Lehrer oder Freunde. Mit medialen Idolen wie Superhelden, Rockstars, Spitzensportlern oder Roman- oder Videospielfiguren führen wir dagegen in aller Regel nur einen einseitigen, virtuellen Monolog.

Die Tücken der Idole

So wichtig diese beiden Typen von Vorbildern sind, birgt diese Überhöhung auch enorme Risiken. So gilt eine übersteigerte Heldenverehrung als Indikator eines mangelnden Selbstbewusstseins. Gerade mediale Idole werden, aufgrund des nicht stattfindenden realen Kontakts, hoffnungslos verklärt, idealisiert und romantisiert. Wer sich zu sehr in diese Traumwelt hineinsteigert, läuft Gefahr seine realen sozialen Kontakte zu vernachlässigen, da diese niemals gegen die ‚fehlerlosen’ Medienstars bestehen können. Auch wenn wir ein andere Person bewundern, dürfen wir niemals vergessen: Er oder sie ist auch nur ein Mensch. Er besteht aus Stärken und Schwächen, hat Fehler und Probleme, erfährt Freud und Leid. Zudem: Ein Leben oder ein Charakter können niemals gänzlich imitiert oder nachgebaut werden Bedenken Sie das alte chinesische Sprichwort: Niemand ist so unglücklich wie der, der versucht, jemand anderes zu sein, als er ist.

Der Gentleman, ein Vorbild?

Kein wahrhafter Gentleman würde sich selber als Vorbild bezeichnen, das wäre anmaßend. Aber kein Gentleman ist traurig darum wenn es mehr von seiner Sorte gibt. Denn dadurch wird die Welt gewiss nicht schlechter. Falls ihm also jemand, in Stil oder guten Benehmen nacheifert, wird er sich im Stillen freuen und dem englischen Schriftsteller Charles Caleb Colton gedenken, der einst bemerkte: „Nachahmung ist die aufrichtigste Form der Schmeichelei“.

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