Steven Spielberg, 2002: „Catch Me If You Can“

Immer wieder begegnen sich Tom Hanks und Leonardo DiCaprio in Steven Spielbergs 2002er Film Catch Me If You Can. Aber immer wieder sucht Leo das Weite. Das macht Tom verrückt, verzweifelt. Er will diesen Lausbub endlich in Gewahrsam nehmen, wo er doch für so viel Schabernack im Land verantwortlich ist.

Für Carl Hanratty (Hanks) stellt sich diese Aufgabe allerdings als fast unlösbar dar, denn Scheckbetrüger Frank Abagnale Jr. (DiCaprio) scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Der ist ein so ausgefuchstes Genie, dass er bereits vor seinem 19. Geburtstag allerhand Betrügereien abgewickelt hat. So gibt er sich als Pilot der Pan Am aus, überzeugt ein ganzes Krankenhaus in Georgia davon, ein fähiger und vor allem behandelnder Arzt zu sein oder stellt sich vor eine Schulklasse und gibt sich als Vertretungslehrer aus, obwohl er eigentlich zu den Schülern gehört.

Vor allem aber werden die Behörden – oder besser: Carl Hanratty – auf ihn Aufmerksam, weil er nicht nur in die Haut diverser angesehener Berufstätigkeiten schlüpft, sondern damit eben auch eine lukrative Einnahmequelle im Scheckbetrug für sich entdeckt hat.

Neben den beiden Hauptdarstellern, die sich als Jäger und Gejagter geben, sehen wir außerdem noch Christopher Walken, Martin Sheen, James Brolin sowie Jennifer Garner und eine Zahnspange-tragende Amy Adams. Catch Me If You Can basiert auf dem wahren Leben von Frank Abagnale, der hier sein fiktives Alter-Ego in einer Cameo-Rolle als französischer Polizist verhaften darf.

Steven Spielberg, 2002: „Catch Me If You Can“

Catch Me If You Can

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Leonardo DiCaprio als Frank Abagnate Jr. in „Catch Me If You Can“ von Steven Spielberg

Amüsant an Leo DiCaprios Abagnale Jr. ist die Tatsache, dass er größtenteils ohne einen wirklichen Plan agieren zu scheint. Er wird mit Situationen konfrontiert und weiß spontan, wie er etwas für sich aus dem Moment herausschlagen kann. Eigentlich ist Abagnale Jr. damit nicht unbedingt ein Genie, sondern vielmehr ein spontaner Lebenskünstler.

Einige Inspiration bekommt er aus der Popkultur seiner Zeit. Wenn er James Bond jagt Dr. No schaut, fängt er danach an sich wie Sean Connery zu kleiden und den entsprechenden Wagen zu fahren. Oder aber er nutzt den Namen Barry Allen als Alias, bis sein Verfolger Tom Hanks herausfindet, dass es sich dabei um den Comic-Superhelden The Flash handelt und er es entsprechend vermutlich mit einem Teenager zu tun hat.

Spielberg spielt mit seinen Akteuren eine wundervolle Komödie vor, obwohl sich im Hintergrund das Drama eines Jungen abspielt – was Hanratty recht schnell erkennt – der recht alleine sein Leben lebt oder nur oberflächliche Bekanntschaften führt. Ob nun Abagnales Verhalten auf sein bröckelndes Elternhaus zurückzuführen ist oder darauf, dass er sonst keine Freunde findet, steht hier allerdings nicht zur Debatte, ist dennoch irgendwie klar.

Tom Hanks’ Hanratty darf sich dann auch freuen, wenn er genau das durch ein Telefonat erkennt, bei dem sich Abagnale an seinen Verfolger wendet, weil er sonst nicht weiß, wen er kontaktieren sollte. Ein Auflacher bei Hanratty, der eine Schwäche des Bengels entdecken konnte.

Steven Spielberg, 2002: „Catch Me If You Can“

Catch Me If You Can

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Tom Hanks als Verfolger Carl Hanratty in „Catch Me If You Can“.

Dennoch bleibt ausreichend Raum übrig um hier und da einen Lacher einzubauen. Nicht etwa irgendeine Schote, sondern einfach Leo DiCaprio als Abagnale in ihn eigentlich überfordernden Situationen. Da sitzt er zum ersten Mal als Co-Pilot in einem Flugzeug und muss sich im Cockpit zurechtfinden. Da steht er als Arzt vor dem blutüberströmten Bein eines Kindes, das mit kleinen Fontänen alles rot besudelt. Leos Gesicht ist hier die Komik pur.

Überhaupt spielt DiCaprio den traurig-einsamen, aber dennoch höchst von sich selbst überzeugten Teenager mit unfassbarer Ambivalenz was seine so unterschiedlichen Gemütslagen betrifft. Er spielt einen Jungen, der für sich entdeckt, was er zu leisten imstande ist. Warum nicht sein Talent benutzen, wenn es ihn doch so immens im Leben weiterbringt? Abagnale ist ein Kind mit Macht, das noch nicht über Konsequenzen nachdenken mag.

Ein kleiner großer Star des Films ist aber hier ganz deutlich Komponist John Williams, der immer wieder seine verspielten Klänge einwerfen darf. Ein wenig erinnert das an den Pink Panther und liefert uns damit einen Tom Hanks als erfolglosen Inspektor Clouseau.

Ob nun Clouseau, der hinter dem Pink Panther-Juwel her ist, Kater Tom auf der Jagd nach Maus Jerry oder Wile E. Coyote, der den Road Runner verfolgt – Catch Me If You Can ist genau das, was diese Räuber und Gendarm-Verfolgungen so amüsant vorgelegt haben, nur eben verpackt in eine Geschichte aus dem wahren Leben.


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