Mittlerweile wird Facebook mehr und mehr auch für professionelles Netzwerken genutzt. Unter Kollegen sind Online-Netzwerke ein beliebtes Mittel, um mehr voneinander zu erfahren und auf lockere Art und Weise Kontakt zu halten – vor allem, wenn sie verteilt über verschiedene Städte und Länder miteinander arbeiten.
Auch viele Vorgesetzte und Angestellte verknüpfen sich miteinander. Wenn die Chefs auch auf Facebook sind, stellt sich die Frage, ob es überhaupt so gut ist, mit ihnen verknüpft zu sein. Nicht immer bringt es Vorteile, wenn der Chef zu viel aus dem Privatleben des Mitarbeiters weiß. Trifft das auch auf die Online-Freundschaft im sozialen Netzwerk zu?
Auch eine Umfrage des BITKOM hatte dieses Thema kürzlich näher beleuchtet. Demnach würden 36 Prozent der befragten Mitarbeiter ihren Chef auf keinen Fall als Freund hinzufügen, 20 Prozent eher nicht. Und nur eine kleine Minderheit von zwei Prozent hat selbst eine Freundschaftsanfrage an den Chef geschickt. „Ob man den Chef in seine Freundesliste aufnehmen sollte, lässt sich nicht generell mit ja oder nein beantworten. Es sind immer die individuellen Gegebenheiten zu beachten“, sagte Tobias Arns, Social Media Experte des BITKOM.
Bei flachen Hierarchieren ist jeder mit jedem verknüpft
Bevor Sie entscheiden, ob Sie mit dem Chef die Online-Freundschaft eingehen, überlegen Sie, was es Ihnen bringen würde. Ist ohnehin schon jeder aus der Abteilung mit dem Chef verknüpft – oder wären Sie der Einzige? In modernen Firmen mit flachen Hirarchien und eher jüngeren Mitarbeitern wird Ersteres der Fall sein, und da gehört es sicher auch zum guten Ton, sich mit allen Kollegen inklusive Chef auf Facebook zu verknüpfen.
Facebook-Freundschaft kann vorteilhaft sein
Sich mit dem Chef online „anzufreunden” kann einige Vorteile mit sich bringen. Sie lernen ihn besser kennen und das auf einer persönlicheren Ebene. Vielleicht entdecken Sie gemeinsame Interessen oder Hobbies – so lernt auch er eine andere Seite an Ihnen kennen. Diese persönliche Connection kann sehr hilfreich werden, wenn es um künftige Entwicklungsmöglichkeiten in der Karriere geht.
Online besser nicht zu viel preisgeben
Wer etwas zu verbergen hat, will natürlich nicht der virtuelle Freund seines Chefs werden. Wenn Sie auf Facebook wilde Partybilder veröffentlichen und gern mal über den Job lästern, ist es wahrlich besser, wenn der Chef nicht mitliest. Allerdings kann man nie ganz sicher sein, ob der Inhalt des eigenen Profils nicht doch irgendwie nach draußen gerät. Also am besten nur die Dinge veröffentlichen, die niemanden stören können.
Wer klickt wen an?
Wie zu Beginn einer jeden Beziehung muss auch beim Online-Netzwerken einer den Anfang machen. In der jungen, kreativen Truppe ist es Jacke wie Hose, ob Mitarbeiter oder Chef den ersten Schritt machen. In den seriöseren, gesetzteren Firmen sollte man doch dem Chef den Vortritt lassen.
Wenn der Chef selbst anfragt
Was aber, wenn der Chef den Mitarbeiter als „Freund” hinzufügt? Laut der BITKOM-Umfrage würde die Mehrheit von 56 Prozent eine solche Freundschaftsanfrage ablehnen. Nur 19 Prozent der berufstätigen Mitglieder einer Online-Community würden sie mit Sicherheit annehmen, weitere 19 Prozent würden sie wahrscheinlich annehmen. „Wer mit seinem Chef per Du ist und regelmäßig auf ein Bier geht, wird ihn bei Facebook schwerlich als Freund ablehnen können“, sagt Tobias Arns. „Bevor man Freundschaftsanfragen seines Chefs annimmt, sollte man sich aber auf jeden Fall genau überlegen, welche Profildetails oder Einträge er sehen darf.“
Der Einfachheit halber wurde hier meistens von „der Chef” oder „der Mitarbeiter” gesprochen. Es können aber genausogut „die Chefin“ und „die Mitarbeiterin“ sein.







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