Richtig bewerben: Recruiter der Spielebranche geben praktische Bewerbungstipps – Interview mit Ina Lesser von remote control productions

Bewerbungen schreiben - ein Thema für sich, das Potenzial für viele Fehler birgt. Um euch davor zu bewahren, befragen wir in unserer Reihe „Richtig bewerben: Recruiter der Games-Branche geben praktische Bewerbungstipps" deshalb regelmäßig Personaler, die euch wichtige und branchenspezifische Tipps geben, um solche Klippen zu umschiffen.
Diesmal steht Ina Lesser, Head of Human Ressources bei remote control productions, Rede und Antwort zum Thema. Im Interview erfahren wir, worauf es ihr in einer Bewerbung ankommt. Nämlich: was wichtig ist, was unwichtig ist und was sie am liebsten gar nicht mehr sehen möchte.

Games-Career.com: Wie wichtig ist heute noch das Anschreiben?

Ina Lesser: Für mich ist ein Motivationsschreiben kein Muss, solange aus der Bewerbung klar erkenntlich wird, warum der Kandidat der beste Fit für die ausgeschriebene Position ist und warum er/sie sich für diese Position und unser Unternehmen begeistert.

Games-Career.com: Wie muss eine Bewerbungsmappe aussehen, um positiv aufzufallen? Games-Career.com: Was gehört in eine gute Bewerbung von einem Game Artist?

Ina Lesser: Eine Bewerbungsmappe? Ich habe es am liebsten, wenn sich die Kandidaten über unsere Website und den entsprechenden Online-Formularen bewerben. Individuelle Dateien, wie Lebenslauf, Motivationsschreiben, Codesamples oder ein Portfolio können dort auch hochgeladen werden und landen dann auch direkt in unserem internen HR-Tool. Das macht den Prozess für uns viel effektiver und schneller. Im Zweifel auch gerne eine Mail mit entsprechenden Dateien an unsere Jobs-Email jobs@r-control.de. Bezüglich der Gestaltung der CVs und Motivationsschreiben: Ich mag knackige, übersichtliche Bewerbungen mit klaren Aussagen ohne viel Schnickschnack.

Games-Career.com: Wie viel Kreativität ist bei der Bewerbung erlaubt?

Ina Lesser: Wenn möglich, sollte der Bewerber ein auf die Bedürfnisse der Firma ausgerichtetes Portfolio vorweisen können. Stil und Arbeitsweise ist dabei eher untergeordnet, primär zählt das Resultat. Bei Chimera macht es durchaus Sinn, breit aufgestellt zu sein, da das Studio stilistisch in sehr unterschiedliche Richtungen geht. Das Portfolio sollte dabei auf die Position ausgerichtet sein (Character Artists hauptsächlich Character, Environment Artists hauptsächlich Environment), wobei es definitiv ein Plus ist, wenn der Bewerber beides kann. Wie so oft, gilt auch hier: Qualität statt Quantität! Lieber 10-15 aussagekräftige, gut gemachte und präsentierte Arbeiten, als viele Skizzen und durchschnittliche Arbeiten. Wir begrüßen auch ein generelles Wissen und Interesse an Gestaltung im Allgemeinen, d.h. interdisziplinäres Denken.

Games-Career.com: Bei welchen Stellen ist euch wichtig, dass Bewerber Erfahrung mit der Games-Branche haben und bei welchen haltet ihr es für nachrangig?

Ina Lesser: Grundsätzlich mag ich ausgefallene Bewerbungen. Ich finde es schön, wenn sich Kandidaten speziell für unser Unternehmen Mühe geben. Das zeigt Engagement, Kreativität und auch Mut.
Trotzdem sollte man meiner Meinung nach nicht übertreiben. Gebackene Kuchen-Bewerbungen oder Mittelaltertexte in Leder gerollt sind einfach schlecht in ein Bewerbermanagementtool einzupflegen und verursachen der Personalabteilung nur zusätzliche Arbeit.

Games-Career.com: Möchtet ihr in Anschreiben noch lesen, dass der Bewerber seit seiner Kindheit Computerspiele spielt oder sollte bereits dort ausschließlich auf die fachlichen Qualifikationen eingegangen werden?

Ina Lesser: Für seniorige Positionen, die nah am Produkt stehen, ist Branchen-Erfahrung sehr wichtig. Andere Positionen wie HR, Finance, Admin, oder Office Management sind u.U. auch ohne Branchenerfahrungen möglich. Wir haben aber auch Praktikanten, Werkstudenten und Trainees, die bei uns ihre ersten Erfahrungen sammeln. Bei denen setzen wir natürlich keine Branchenerfahrung voraus.

Games-Career.com: Was möchtest du 2017 nicht mehr in einer Bewerbung lesen? Ina Lesser:

Ina Lesser: Ich schmunzele jedes Mal, wenn ich den Satz lese und bin dann gespannt, was folgt! Ich habe nichts dagegen, wenn es authentisch klingt und ich erkennen kann, dass sich derjenige wirklich für ‚Computerspiele' begeistert. Aber ich habe auch schon Leute erlebt, die unbedingt in der Gamesbranche arbeiten wollten und nach einem halben Jahr wieder gegangen sind, weil sie sich den Job anders vorgestellt haben. Die Leidenschaft zum Zocken alleine qualifiziert nicht direkt dafür, in unserer Branche erfolgreich zu sein.

Games-Career.com: Was möchtest du 2017 in einer Bewerbung lesen? Ina Lesser:
  • Papierbewerbungen
  • Word-Dokumente
  • Arbeitszeugnisse von den letzten 10 Jobs
  • Initiativbewerbungen ohne Angaben für welchen Bereich, Rolle sich der Bewerber interessiert oder einen Mehrwert für das Unternehmen bieten würde.
Games-Career.com: Last Words?
Ina Lesser: Wir suchen immer gute Leute für unsere rcp-Entwicklerfamilie! Schaut euch gerne auf jobs.r-control.de um und traut Euch!
  • Individualität & Authentizität
  • Begeisterung für die zukünftige Rolle!
  • Übersichtliche Struktur beim CV
  • Angaben zu Referenzen

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Richtig bewerben: Recruiter der Spielebranche geben praktische Bewerbungstipps – Interview mit Ina Lesser von remote control productions

Eine besessene Gamerin war Anietta zwar nie - doch die fesselnde Intensität von Videospielen kann sie dennoch nachvollziehen... Ihre Games-Erfahrungen beschränken sich in etwa auf folgende: Leidenschaftliches "Boulder Dash"- und "Oh Mummy"-Spielen auf dem Schneider Computer ihres kleinen Bruders in ihrer Kindheit, leidenschaftliches "Brickles"-Spielen auf einem eher frühen Modell des Apple Macintosh ihres Onkels, leidenschaftliches "Tetris-Spielen" auf dem Gameboy ihres kleinen Bruders, leidenschaftliches "Point and Click Adventure"-Spielen auf eigenem PC und leidenschaftliches Scrabblen, Quizduellieren und Flightcontrollen auf dem eigenen iPhone. In ihrem Privatleben geht es bei Anietta momentan leider eher darum die Spielbesessenheit ihrer drei Jungs Nick (11), Cosmo (5) und Oskar (12) zu begrenzen, denn zumindest die Großen scheinen schon fast in den Welten von "Minecraft", "Clash of Clans" und "Hearthstone" zu leben - wenn man nur von den Esstischgesprächen ausgeht. Alle drei liiiiiiiiieben Games und finden es extrem cool, dass Anietta neben ihrer Tätigkeit bei Games-Career.com schon seit einigen Jahren als Teamassistentin und gute Seele in der PR-Agentur für die Games-Branche - Quinke Networks fungiert und somit nah am Geschehen ist.


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