Es geht in "Was sie will" um die dominante Wahlberlinerin Tessa, und deren Sex- und Gefühlsleben sowie ihre Beziehung zu zwei devoten Männern, Jan und Marc, die in ihrer Submissivität sehr verschieden sind.Die Handlung ist nicht sonderlich üppig. Die Gedanken und Empfindungen, die mit einem etwas von der Normalität abweichendem Sexualverhalten einher gehen, stehen im Vordergrund. Diese vermag die Autorin dem Leser auch sehr glaubwürdig zu vermitteln. Tessas Reflekionen bezüglich ihrer Neigungen sind nachvollziehbar und wirken authentisch, was ich in diesem Zusammenhang sehr wichtig finde. Leider neigt sie hier und da dazu gewisse Eigenschaften ihrer Gespielen rein auf deren Geschlecht zu beziehen ( "er ist eben nur ein Mann"), was mir etwas sauer aufstößt.Die Erotik kommt in diesem Roman nicht zu kurz und ist recht humoristisch gehalten. Sofern also weibliche Dominanz und männliche Submission beim Leser auf Wohlwollen stößt, beinhaltet dieser Roman Szenen, die zum Schwelgen einladen.
Schade allerdings ist, dass der Fokus so stark auf Tessa und ihr Innenleben gerichtet ist, dass die anderen Personen, die dieses Buch ausfüllen, recht blass bleiben. Gerade weil dieser Roman nicht durch viel Handlung auftischt, wäre ein rundes Bild der Gefühls- und Gedankenwelt Tessas Gespielen durchaus lesenswert gewesen. Gerade Marc, der für Tessa von großer Bedeutung ist, sich ihr gegenüber schwierig verhält, bleibt sehr ungreifbar und fad.
ANAIS Band 18
ISBN 978-3-89602-567-8
9,90 EUR (D)







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KOMMENTARE ( 1 )
Veröffentlicht am Montag, 7. November um 22:44
"Während weibliche Submissivität und männliche Dominanz in der Unterhaltungsliteratur schon lange nichts ungewöhnliches mehr sind, beschäftigen sich doch erstaunlich wenige Bücher mit weiblicher Dominanz und männlicher Submissivität."
So heißt es einleitend im obigen Artikel. Erstaunlich dabei ist aber, daß das Stichwort "weibliche Submissivität" bei Google fast nur Beiträge über "Femdom" und ähnliches zutage fördert, obwohl jeder gesunde Mensch weiß, daß die erotische Beziehung zwischen Mann und Frau von männlicher Dominanz und weiblicher Submissivität geprägt ist. Vermutlich ist die ideologisch-dogmatisch bedingte Unterdrückung dieses Sachverhalts in der öffentlichen Wahrnehmung an der Mehrzahl der gescheiterten Ehen und auch an sehr vielen Neurosen schuld. Sigismund
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