Ressort Healthy Living

Reisen ohne Risiko?

Von Urzeit
Apotheker erstellen individuellen Reiseimpfplan
Hannover (apothekerkammer.nds - internet-zeitung) - Wann haben Sie zum letzten Mal einen Blick in Ihren Impfpass geworfen? Bei vielen Erwachsenen ist das möglicherweise schon etwas länger her. Gerade im Hinblick auf die kommende Reisezeit ist es ratsam, den eigenen Impfstatus zu überprüfen. Das gilt insbesondere für die Grundimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung. Daneben gibt es auch die sogenannten Indikationsimpfungen, die bei besonderen Risiken je nach Reisezeit (Trockenzeit/Regenzeit), Reisegebiet (Städte/ländliche Gebiete) und Reiseart (Pauschalreise/Trekkingtour) erforderlich werden. Dazu gehören Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus und Gelbfieber. Reiselustige sollten keine Zeit verlieren und schon jetzt in ihre Apotheke gehen und sich dort einen individuellen Reiseimpfplan zusammenstellen lassen. Dieses Angebot bereitet auf das Beratungsgespräch mit dem Arzt vor und sollte bereits ein Vierteljahr vor dem Reisebeginn erstellt werden. Die Apothekerkammer Niedersachsen teilt mit: "Wir halten eine frühzeitige Planung für das Wichtigste. Dennoch lassen sich auch unter Zeitdruck, z. B. vor einer Last-Minute-Reise, noch viele empfohlene Impfungen organisieren."
Bei einer notwendigen Impfung gegen Hepatitis A und B gilt es zu bedenken, dass man nach der ersten Kombinationsimpfung noch nicht geschützt ist. Erst nach einer zweiten Impfung, die vier Wochen später erfolgen sollte, ist der Impfschutz vorhanden. Nach weiteren sechs Monaten sollte dieser nochmals aufgefrischt werden, damit er dann zehn Jahre hält.
Wer für Wanderurlaube nach Süddeutschland, Italien, Österreich, Süd- oder Osteuropa, Russland oder China verreist, sollte auch eine FSME-Impfung durchführen lassen. Diese schützt vor dem FSME-Virus, das durch Zecken übertragen wird und Hirnhautentzündungen auslösen kann.
Die bei der Impfung eingesetzten Stoffe enthalten entweder Bestandteile der Krankheitserreger oder Teile ihrer Stoffwechselprodukte. Diese "Totimpfstoffe" wurden so verändert und abgeschwächt, dass sie keine Erkrankung auslösen können. Dagegen enthalten "Lebendimpfstoffe" die ganzen Krankheitserreger in abgeschwächter Form. Bei der Impfung lernt das Abwehrsystem die krank machenden Keime kennen und bildet entsprechende Antikörper. Immunreaktionen, wie z. B. leichtes Fieber, sind als Zeichen für die Auseinandersetzung mit dem Erreger durchaus erwartet und sollten nicht als unerwünschte Nebenwirkung missverstanden werden.
Die Apothekerkammer Niedersachsen weist auch darauf hin, dass die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) sorgfältig prüft und empfiehlt, welche Impfungen zur wirksamen Vorsorge notwendig sind. Grundsätzlich sollten nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene gegen Diphterie, Influenza (echte Grippe), Keuchhusten, Kinderlähmung, Lungenentzündung und Tetanus geimpft sein. Doch gerade bei Erwachsenen über 30 Jahren stellen Experten eine Impfmüdigkeit fest. Nur wenige denken noch daran, den Ansteckungsschutz aus dem Kindesalter durch Auffrischungsimpfungen zu erneuern. Menschen mit großen Impflücken gefährden ihre Gesundheit, denn noch immer können bei ungeimpften Erwachsenen und abwehrgeschwächten Menschen Erreger von Wundstarrkrampf und Influenza zu schweren Erkrankungen führen. Ein kleiner Piks kann davor schützen.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Der Apotheker fertigt individuelle Rezepturen an, erklärt die korrekte Einnahme von Medikamenten, warnt vor Wechselwirkungen und garantiert diese Versorgung auch im Nacht- und Notdienst.

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