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Pfingstdessert: Es achte ein jeder auf seine Zunge

Erstellt am 28. Mai 2012 von Zeitzubeten

Pfingstdessert: Es achte ein jeder auf seine Zunge

Hors-d’œuvre und Hauptgang sind vorüber, unsere vorpfingstlichen Gebete und das Ereignis selbst liegen hinter uns – hoffentlich mit viel Ermutigung für jeden Einzelnen!

Pfingsten ist oftmals mit viel Erwartung verknüpft. Niemand geringerer als der Heilige Geist möge uns heimsuchen, und gegen Feuerzungen würden wir uns vermutlich nicht wehren: Es sind schließlich himmlisches Wissen und göttliche Weisheit, die herabgeflossen sind und immerzu fließen.

Das Wort von den Zungen erinnert auch an ein Werkzeug, das jeder von uns sein eigen nennt. So kann Pfingsten auch als Mahnung gesehen werden, wie wir uns selbst unserer Zungen bedienen. Mit göttlichem Beistand redet es sich leicht, aber was ist mit den „restlichen 99%“?

Achten wir darauf, was wir sagen, und wie wir reden, nicht umsonst heißt es: „Eine sanfte Zunge ist ein Lebensbaum, eine falsche Zunge bricht das Herz“ (Sprüche 15,4). Und Jakobus fasst es in die anschaulichen Bilder von der Zunge und dem Zaum:

„Denn wir alle verfehlen uns in vielen Dingen. Wer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper völlig im Zaum halten. Wenn wir den Pferden den Zaum anlegen, damit sie uns gehorchen, lenken wir damit das ganze Tier“ (Jak 3,2-4).

Sprache hat gewaltige Wirkungen. Sie ist aber zugleich ambivalent. Selbst was gut gemeint ist, kann voll des Bösen sein – wer kennt nicht Rede und Tat des streitbaren Petrus, dem Jesus antwortet: „Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“ (Mk 8,33). Und auch Jakobus lässt keinen Zweifel am Sinn des zu Sagenden und fährt in seiner Brandrede fort:

So ist auch die Zunge nur ein kleines Körperglied und rühmt sich doch großer Dinge. Und wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt. Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist der Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt; sie selbst aber ist von der Hölle in Brand gesetzt (Jak 3,5-6).

Pfingstdessert: Es achte ein jeder auf seine Zunge

Wir merken an diesen Worten des Jakobus, wie wichtig Gott unsere Sprache nimmt. Jesus hat uns mit seinem Wirken und seinen Worten verwandelt, nun ist es an uns, sein Werk fortzusetzen – wir erinnern uns: Sanftmut, Gleichmut, Demut… In diesem Sinne erinnert mich mein Beichtvater zuweilen daran, so zu beten: ‚Nicht mehr ich möge leben, sondern Christus lebe in mir‘.

Unsere kleine Zunge ist ein gewaltiges Organ. Was alles mit diesem Werkzeug möglich ist, fasst Jakobus in einem Satz zusammen: „Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind“ (Jak 3,6-9). Deshalb ist unser Gebet so wichtig – nur mit Seiner Hilfe können unsere Vorhaben letztlich gelingen.

Am Beispiel Petri haben wir uns in Erinnerung gerufen, dass wir unseren Zorn (und viele andere Bereiche des Lebens) nicht beherrschen, solange unsere Sprache nicht unter göttlicher Leitung steht.

Übergeben wir Gott heute unser Reden. Bitten wir ihn, unsere Zunge in allem zu leiten, was wir sagen, und gestatten wir ihm, unseren Mund mit Worten zu füllen, die jeden um uns herum aufbauen.

„Eine sanfte Zunge ist ein Lebensbaum, eine falsche Zunge bricht das Herz“ (Sprüche 15,4).

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PS: Die sanfte Zunge hält uns keineswegs davon ab, unserer Stimme als Christen zu erheben, wie es in den vorangegangenen Beiträgen eingefordert wurde, nämlich im Dialog mit dem Staat, mit den Medien, und schließlich gegenüber der eigenen Kirche.

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