Paris: Feeling Valentino Blue

Paris by night- Valentino - blue sky and I'm singing in the rain

Paris by night- Valentino - blue sky and I'm singing in the rain

Paris begrüßte mich mit einem dramatischen Valentino-blauen Himmel. Wohl ein Vorzeichen auf die folgenden Tage, die mich mit apokalyptischen Regengüssen begleiten sollten.

Den Trench im Gepäck und ohnehin mit einer Naturkrause ausgestattet begann ich meinen Pariser Messe- und Showroom- Parcours relativ gelassen jeglichen Regen- und Windböen trotzend, schließlich lebe ich in Hamburg!

Paris ist selbst bei Regen wunderschön; die dann spiegelglatten  Trottoirs reflektieren das Licht und man fühlt sich gleich wie in einer Fotografie von Robert Doisneau. Und Paris in schwarzweiß ist ein cooler Kontrast zu der teilweise recht knalligen Mode für den nächsten Winter.

Allen voran natürlich wieder der Belgier Dries Van Noten, der in seiner 100. Show kräftig sein Archiv bemüht hat, um nochmal die Bestseller der vergangenen Jahre neu aufleben zu lassen. Da war es nur konsequent auch seine Lieblings-Mannequins, die schon in den 90iger Jahren für Dries modelten, über den Laufsteg zu schicken. Das zeigt Treue und Loyalität und reflektiert auch auf die Kundin.

Im Showroom Dries Van Noten herrscht ein Wimmelbild an Prints. Leider darf ich dort nicht fotografieren.

Im Showroom Dries Van Noten herrscht ein Wimmelbild an Prints. Leider darf ich dort nicht fotografieren.

„Diversity“ ist Trend und jeder Designer hat das auf seine Art und Weise umgesetzt. Nicolas Chesquière mit der Wahl seiner Location: Kein geringeres Stage als der Louvre selbst (mit all seinen internationalen Kunsteinflüssen) war Schauplatz seiner Kollektion. Sein Statement: Keine Grenzen zwischen der Menschheit. Die Mode (ähnlich wie bei Valentino) sehr streetlastig. Models mit wenig Make-up, wuscheligen Haare à la Parisienne, Bikerboots und Fake Fur. Gefällig, einzelteilig und gut zu kombinieren.

Il fait pleuré....mein Trench von H&M in Größe 46 (schön oversized) hat den Regentest bestanden

Il fait pleuré....mein Trench von H&M in Größe 46 (schön oversized) hat den Regentest bestanden

Trotzdem geht es wohl nicht darum mit einer (Chanel)-Rakete, die fast durch die Decke abhebt, zu glänzen. Das Tamtam, die „Ah’s“ und „Oh’s“ verpuffen rasch – in den unsicheren Zeiten des Strukturwandels möchte nicht geprotzt werden, vielmehr geht es darum, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Kleid im 60's Stil für den Winter bei Chloé - Farewell Clare Wright Keller

Kleid im 60's Stil für den Winter bei Chloé - Farewell Clare Wright Keller

Etwa wie Phoebe Philo’s coole Zweiteiler für die Frau aus der Executive Ebene oder Clare Waight Keller, die nach sechs Jahren bei Chloé mit einer gewohnt lässigen Show Abschied feiert und die Aussage eine Kollektion für das „Festival Girl mit dem Platz an der Sonne“ (und einem Bankkonto) konsequent durchhält. Da haben auch die super kurzen Sixties Kleider im Stil Marianne Faithfulls nur für kurze Irritation gesorgt. Aber auch kleine Shows, wie die von Rodarte (des amerikanischen Labels von Kate und Laura Mulleavy), die eine kleine und intime Präsentation ihrer Glitzerkleider wählten, hinterließen (bestimmt auch durch die Musik von Leonard Cohen und Joni Mitchell) einen einschneidenden und bleibenden Eindruck.

Blogger Blog bei Nobi Talai - das was virtuell stattfindet scheint oft wichtiger...

Blogger Blog bei Nobi Talai - das was virtuell stattfindet scheint oft wichtiger...

Diversität – auf den Shows aber auch auf den Straßen. Mein Auge kann sich während des Pariser Moderummels nicht sattsehen an den über-modisch gekleideten Menschen jeglicher Couleur. Es ist die Saison des Glenchecks, der übergroßen Outdoor-Mäntel, der weißen High Heels und weiten highwaist Hosen.

It's gonna getting higher and higher.....

It's gonna getting higher and higher.....

Sarah Colette hat während der Fashionweek in Paris viel zu tun....

Sarah Colette hat während der Fashionweek in Paris viel zu tun....

Bei Colette, dem Kaufhaus-Mekka der Fashionistas, herrscht Ausnahmezustand und Schlangen von der Rue Saint-Hoinoré bis an die Rue Rivoli, denn Jonboy, ein super hipper Tattoo-Künstler aus NYC, sticht an diesem Tag Buchstaben in die Haut – for free!. Dazu bietet Sarah Colette Champagner satt an. Das Zeug wirkt und als echtes Jeansgirl kaufe ich eine Girlfriend Jeans zum Weltfrauentag und verzichte tapfer darauf, mir wie die Blogger Girls „Love, Peace or Happinezz“ auf den Arm oder Po nadeln zu lassen.

Jonboy aus NYC - free Tattoos at Colette

Jonboy aus NYC - free Tattoos at Colette

gleich wird zugestochen....

gleich wird zugestochen....

Und natürlich möchte ich auch noch so einen Blaumann wie bei Valentino auf der Show gesehen besitzen oder wie Knuth (siehe SoSUE) ihn seit Jahren hat. Meine Freundin Yvonne Sporre (World of YvonneS) hat auch so einen perfekt-blauen Onesie, leider auch Vintage von Romeo Gigli (wann wird dieses tolle Label eigentlich wiederbelebt?). Sie gibt mir den Tipp, es bei Killiwatch in der Rue Tiquetonne zu versuchen... . Immerhin verknalle ich mich bei Odeeh im Marais in ein azurblaues Doubleface Shirt-Jackett und meine Order für den nächsten Herbst hat jetzt so viele Blautöne wie der Pariser Himmel. Allez les bleu!

1,2, Meins

1,2, Meins

The World according to YvonneS (im Romeo Gigli-Blaumann)

The World according to YvonneS (im Romeo Gigli-Blaumann)

Die Blusen und Kleider von YvonneS aus Ibiza gibt es auch nächsten Monat bei uns im SoSUE Shop. Bis dahin tragen wir noch Frauenpower auf einem T-Shirt von Kera Till.

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So kann das nun mal nicht weitergehen