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Müll sammeln und gewinnen: „Beach Busters“ reinigen Neuseelands Strände

Erstellt am 23. Januar 2012 von Weltwunderfrau

Wer die Headlines des „New Zealand Herald“ in den letzten Wochen verfolgt hat, dem dürfte es nicht entgangen sein: Nach Erdbeben, Öltanker-Fast-Katastrophe und Starkregen samt Erdrutschen entdecken die Kiwis nun überrascht, dass ihre Strände von Müll überschwemmt werden und das Wasser nicht mehr das sauberste ist. Wie konnte das passieren – oder vielmehr: Wieso bemerkt man das erst jetzt?

 

Mülltonne am Lake TaupoAnders als im vorbildlichen Deutschland, wo der ADAC alle Jahre wieder auch den kleinsten Badesee auf optimale Wasserqualität überprüft, scheint man in Neuseeland von seiner eigenen Imagekampagne „100 % pure“ so überzeugt zu sein, dass regelmäßige (oder gar behördliche) Kontrollen bisher offenbar schlicht nicht stattfanden.

Nun also die große Überraschung: An mehr als einem Drittel der 63 Strände um Auckland, die seit November 2011 getestet werden, war das Wasser mindestens einmal stark verschmutzt. Zehn Strände hätten sogar für öffentliches Baden gesperrt werden müssen – darunter  Long Bay, Browns Bay und die einsame Schönheit Karekare.

Und das betrifft nur Auckland – in anderen Regionen von Neuseeland ist die Wasserqualität nach wie vor ein Geheimnis.

Dadurch wird das Wasser nicht nur einfach eklig zum Baden: Die vielen zusätzlichen Nährstoffe und das aufgeheizte Wasser bieten optimale Bedingungen für Nesselquallen, die aktuell an vielen Stränden Neuseelands Badende mit hässlichen Verbrennungen erschrecken. Die Körper der wenigen Orcas, die noch in Neuseelands Gewässern leben, enthalten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen so viele Gifte wie nirgends sonst auf der Südhalbkugel. Muscheln und andere Meerestiere nehmen so viel Gift in ihren Körpern auf, dass in der gesamten Bay of Plenty zurzeit keine mehr gesammelt und gegessen werden können.

Ganz offensichtlich hässlich und – oh Schreck – peinlich für das Image als Umweltmekka sind aber die enormen Mengen an Müll, die immer mehr von Neuseelands Stränden zieren. Tatsächlich fiel uns der Dreck am Stadtstrand von Takapuna Beach nach Wochen an unberührten Stränden negativ auf, und Rangitoto Island direkt vor Aucklands Küste ertrank nach Meldungen des New Zealand Herald in den letzten Monaten regelrecht im Müll. Bei einer großen Reinigungsaktion im Dezember 2011 sammelten 1.200 freiwillige Helfer hier über 130.000 Stücke Müll auf, darunter:

28.945 Plastikstücke unbekannter Herkunft
18.376 Lebensmittelverpackungen und -behälter
18.170 Plastiktüten
5.394 Plastikhüllen
2.606 Schnüre
2.345 Trinkhalme
1.133 Zigarettenpäcken und -stummel
618 Parktickets und Knöllchen
540 Glasflaschen

Die nächsten Küstenreinigungsaktionen finden am 29. Januar in Matakana, vom 3. bis 5. März in Coromandel und am 22. März am North Shore statt. Organisator “Sustainable Coastlines” freut sich über jeden freiwilligen Helfer. Kiwis wären keine Kiwis, wenn sie nicht auch diese Aktion zum Anlass für eine schöne Party nehmen würden – und so winkt ein veritables Open-Air-Konzert mit Shuttlebussen aus Auckland.

Als Reisende sind wir natürlich nicht unbedingt schuld an Neuseelands Dreck – aber Hand aufs Herz: Wir sind die Ersten, die sich über saubere Strände freuen und sich über Schmutz ärgern. Ein paar Stunden freiwilliges Müllsammeln können eine gute Art sein, um unserem Traum-Urlaubsziel Danke zu sagen und ein wenig von uns hierzulassen.

… und es kommt sogar noch besser: Mit einem Foto von sich und seinen Freunden beim Aufräumen seines Lieblingsstrandes nimmt man in den nächsten zehn Wochen an der Verlosung einer Sony Cyber-shot TX10  teil. Als Hauptpreis wird am Ende der “Beach Busters”-Kampagne ein Wahnsinnspaket aus einem Sony Tablet S, einem Tauchtrip zum Poor Knights Marine Reserve und einem 400 NZ$-Surf-Outfit verlost. Hier ist der Link zum Glück  – und nun auf zum Müllsammeln!

 

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