MindGamers

MindGamers-(c)-2015-Warner-Bros.(1)

MindGamers

1Sci-Fi Thriller

Wenn ein Spielfilm noch vor dem Titel ein Bibelzitat einblendet, ist das selten ein gutes Zeichen. Das bestätigt Andrew Goths Science-Fiction-Thriller. „Vater, vergibt ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, prangt zu Beginn auf der Leinwand.

Gemessen an dem inszenatorischen Schwulst, den die österreichische Produktion noch bereithält, ist das Understatement. Die Worte aus dem Lukas-Evangelium wirken wie die indirekte Bitte des Regisseurs, das krude Machwerk zu verzeihen. Vielleicht waren sie alle ferngesteuert, weil andere sich mit ihren Gehirnen vernetzt hatten? Niemand weiß es, aber Gehirnvernetzung kommt in dem Kauderwelsch auch vor. Dahinter stecken fünf Elite-Studenten, deren Aufzug und Gebaren ihre stereotypen Persönlichkeiten so überbetont wie die sprechenden Namen.

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Hat niemand dem Regisseur und Drehbuchautor gesagt, dass es lächerlich klingt, wenn seine Figuren Mosca (Predrag Bjelac), Rollo (Turlough Convery), Maddie Romero (Dominique Tipper) oder wie das von Antonia Campbell-Hughes verkörperte Opferlamm Agnes Day (lies: Agnus Dei) heißen? Das Quintett erforscht unter der Leitung des jungen Jaxon (Tom Payne) superkompliziertes Neuro-Zeugs, Quantenmechanik und Schrödingers Katze sagt auch mal miau.

Erklärtes Ziel der Kommilitonen ist medizinischer Fortschritt, dank dessen Querschnittsgelähmte wie Parcours-Turner Voltaire (Ryan Doyle) geheilt werden könnten. Doch Menschen sind nur Mäuse oder Ratten im Versuchslabor der Protagonisten. Sie sind Opfer ihres Ehrgeizes und buchstäblich diabolischen Versuchern. Ein solcher von ketzerischer Hybris geleiteter Scherge ist Kreutz (Sam Neill).

Der erschlägt im Prolog einen Bischoff, intrigiert als halbseitig gelähmter Kuttenträger mit Phantom-der-Oper-Maske und chargiert im scharlachroten Anzug als luziferischer Antagonist. Goth toppt jede anmaßende Allegorie und lachhafte Metapher mit noch tumberem Bombast. Alles im Dienste einer unsäglich bigotten, jeder Logik entbehrenden, an Pseudoskeptizismus und frömmelndem Obskurantismus kaum zu übertreffenden Parabel.

Brachiale religiöse Ikonografie zeigt technischen Fortschritt als Werkzeug der Hölle, die alle Zweifler erwartet. Krankheit und (im Film-Jargon) „Verkrüppelung“ sind himmlische Prüfung oder Strafe. Wer heilen oder helfen will, pfuscht Gott ins Handwerk. Und besser als Gedankenübertragung via Neurotransmitter sei sowieso die gute alte Predigt. So eine in abendfüllender Länge ist das hirnlose Gedankenspiel.

Regie: Andrew Goth, Drehbuch: Joanne Reay, Andrew Goth, Darsteller: Tom Payne, Sam Neill, Dominique Tipper, Oliver Stark, Filmlänge: 97 Minuten, Kinostart: 07.04.2017


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Autor

Lida Bach

 
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